Engpass bei der Betreuung: Eltern vernetzen sich

Letzte Rettung sind schließlich die Großeltern – aber die sind 600 Kilometer entfernt:  Melanie Kuhn aus Kiel mit Sohn Sohn Jakob (5) und Tochter Magdalena (7).
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Letzte Rettung sind schließlich die Großeltern – aber die sind 600 Kilometer entfernt: Melanie Kuhn aus Kiel mit Sohn Sohn Jakob (5) und Tochter Magdalena (7).

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06. Mai 2015, 12:21 Uhr

Wenn nichts mehr hilft, hilft das soziale Netzwerk: Dank einer Whats-App-Gruppe hofft die zweifache Mutter Melanie Kuhn aus Kiel, Betreuung für ihre Kinder zu finden, wenn Kita und Hort bestreikt werden. In der Gruppe haben sich betroffene Eltern zusammengeschlossen. Die Idee entstand spontan bei einem Gespräch der Eltern, als Kuhn gestern ihren Sohn Jakob (5) aus der Kita abholte. „Einige Eltern haben sich bereit erklärt, die Kinder zeitweise bei sich zu Hause aufzunehmen“, sagt Kuhn. Inzwischen habe in der Whats-App-Gruppe jeder die Zeiten angegeben, wann er wie viele Kinder betreuen könne. Für die 37-jährige Physiotherapeutin eine große Erleichterung.

Schwieriger sieht es aus bei ihrer Tochter Magdalena (7), die nach der Schule eigentlich in einen Hort geht. Die Eltern der Hort-Kinder hätten sich bislang noch nicht organisiert. In den nächsten Tagen kann Magdalena nach der Schule zu einer Freundin nach Hause gehen.

Für den Notfall hat Kuhn die Möglichkeit, ihre Kinder mit an den Arbeitsplatz zu nehmen: „Meine Chefin hat zum Glück kein Problem damit. Aber mehrere Wochen lang kann ich das natürlich auch nicht machen. Zumal den Kindern ja auch langweilig wird.“

Letzte Rettung sind schließlich die Großeltern. Die wohnen zwar rund 600 Kilometer entfernt in der Pfalz, stehen aber bereits in den Startlöchern, um anzureisen und auf die Kinder aufzupassen. Problem ist nur: „Die wissen nicht, ob die Bahn fährt. Denn die streikt ja auch.“


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