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Energiewende-Umlage: Bus- und Bahnfahren wird in Hamburg teurer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 15:21 Uhr

Es hätte schlimmer kommen können – teurer wird’s aber trotzdem: Der Wegfall von Rabatten bei der EEG-Umlage bringt Hamburgs Verkehrsunternehmen jährliche Mehrkosten in Millionenhöhe – die aller Voraussicht als Preiserhöhung an die Fahrgäste weitergereicht werden. Zahltag ist der 1. Januar, zu dem der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) regelmäßig die Tarife anpasst. Wie viel teurer Bus- und Bahnfahren dann wird, berechnen die Experten noch.

EU und Bundesregierung hatten sich Anfang April auf Änderungen bei der deutschen Förderung von Öko-Energien nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) verständigt. Demnach verlieren Schienenunternehmen hierzulande einen Großteil ihrer Befreiung von der Abgabe. Für normale Stromkunden beträgt die EEG-Umlage 6,24 Cent je Kilowattstunde. Verkehrsunternehmen müssen als Großabnehmer ab einem Jahresverbrauch von zehn Gigawatt Fahrstrom bisher lediglich 0,05 Cent zahlen. Nach der EEG-Reform werden es 1,25 Cent sein – 25 Mal so viel. „Das ist für die Branche nicht zu schultern, wir sind gezwungen, diese Belastung an die Kunden weiterzugeben“, sagt Jürgen Fenske, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und früher Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg. Bundesweit summierten sich die Mehrkosten für die VDV-Unternehmen demnach auf 70 Millionen Euro.
Die Hamburger Hochbahn, die in der Metropole vier U-Bahn-Linien mit Strom betreibt, schätzt ihre Mehrausgaben auf rund eine Million Euro pro Jahr. „Bei Ausgaben für Fahrstrom von bisher rund sieben Millionen Euro ist das schon erheblich“, sagt Sprecher Christoph Kreienbaum. Die U-Bahnen verbrauchen 126 Gigawatt Fahrstrom pro Jahr. Ob und wie sich die Mehrbelastung in den Preisen niederschlägt, sei nicht endgültig entschieden. „Wir wollen noch sehen, ob unsere Projekte zur Stromeinsparung Entlastung bringen.“ Zugleich unterstreicht der Hochbahn-Sprecher aber die immergültige Gewissheit bei Ausgabenerhöhungen im Öffentlichen Nahverkehr: „Reserven haben wir keine. Es gibt nur die Möglichkeit, entweder die Preise zu erhöhen oder einen höheren Defizitausgleich von der Stadt zu erhalten.“ Letzteres ist angesichts der nahenden Schuldenbremse extrem unwahrscheinlich.

Auch die S-Bahn Hamburg sowie die Regionalbahnen der Deutschen Bahn stellen sich auf für den Großraum Hamburg auf jährliche Mehrbelastungen im siebenstelligen Bereich ein. Die genaue Summe mag das Unternehmen nicht nennen nicht. Ein Sprecher der DB Energie sagte in Berlin: „Wir prüfen für den gesamten Konzern noch die Auswirkungen der EEG-Reform.“ Zudem hofft der Staatskonzern, die Belastung im parlamentarischen Verfahrenes noch abmildern zu können.

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