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Hamburg : Einkommen im Einzelhandel steigen in zwei Schritten

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Seit mehr als einem halben Jahr haben die Tarifpartner im Hamburger Einzelhandel um eine Einigung gerungen – begleitet von öffentlichen Protesten der Beschäftigten. Mit einem Einkommensaufschlag gehen Verkäufer, Kassierer und Azubis nun ins Jahr 2014.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 10:50 Uhr

Hamburg | Die Einkommen für die rund 70 000 Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel steigen in zwei Schritten. Rückwirkend zum 1. August 2013 werden die Einkommen um 3,0 Prozent und dann zum 1. Mai 2014 um weitere 2,1 Prozent angehoben. Darauf einigten sich die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeberseite in der sechsten Verhandlungsrunde, wie sie am Mittwoch mitteilten.

Auch die Ausbildungsvergütungen werden in dem Zeitraum nach Verdi-Angaben um 7,2 bis 7,8 Prozent erhöht. Angesichts des demografischen Wandels sei es wichtig gewesen, den Einzelhandel als Arbeitgeber für junge Menschen wieder attraktiv zu machen, sagte der Sprecher des Hamburger Einzelhandelsverbandes, Wolfgang Linnekogel.

Nach Baden-Württemberg ist in Hamburg der zweite Abschluss für die Branche gelungen. Die ausgehandelten Lohnsteigerungen sind identisch. Der Hamburger Vertrag gilt rückwirkend zum 1. Mai 2013 und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Anders als in der Metallindustrie gibt es in der Einzelhandelsbranche keine Pilotabschlüsse.

In Hamburg sollen die Lohn- und Gehaltstarife unverändert wieder eingesetzt werden, somit gibt es noch keine Veränderungen für Kassenkräfte. Die Arbeitgeber wollten neu eingestellte Kassierer niedriger eingruppieren als bisher, weil die Anforderungen gesunken seien. Bis Mitte 2015 soll aber für die Branche eine „moderne Entgeltstruktur“ ausverhandelt werden, berichtete Verbandsgeschäftsführer Linnekogel.

Für Warenauffüller wird aktuell eine Entgeltgruppe knapp unter zehn Euro pro Stunde eingerichtet. Diese Beschäftigten - sie kommen zumeist aus der Logistikbranche - erhalten laut Verdi aktuell zwischen sechs und sieben Euro pro Stunde. Die Arbeitgeberseite sieht nun die Chance, dass im Einzelhandel selbst wieder Jobs für Lagerkräfte geschaffen werden. Mit dieser Regelung setze Hamburg auch ein klares Signal gegen prekäre Beschäftigung im Einzelhandel, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes.

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