Einbrecher verwüsten Kirche

Ein Bild der Zerstörung: Pastor Stefan Holtmann vor  den Trümmern des Altars in der Christkirche. Trittmaack (2)Auch vor den Särgen machten die Einbrecher nicht Halt.
1 von 2
Ein Bild der Zerstörung: Pastor Stefan Holtmann vor den Trümmern des Altars in der Christkirche. Trittmaack (2)
Auch vor den Särgen machten die Einbrecher nicht Halt.

Avatar_shz von
02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Rendsburg | Christkirchen-Pastor Stefan Holtmann stand die Fassungslosigkeit noch am Nachmittag ins Gesicht geschrieben. In der Nacht zum Freitag hatten Einbrecher seine Kirche heimgesucht und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am schlimmsten hat es den Altar getroffen, der offenbar ganz gezielt zerstört wurde. Die Decke ist heruntergerissen, silberne Kerzenständer liegen beschädigt am Boden und zwischen den Trümmern ist eine noch aufgeschlagene Bibel zu sehen. Auch an der Holzvertäfelung haben sich die Täter zu schaffen gemacht - brachial, mit einem Kuhfuß. "Das ist unser Heiligtum. Ich hätte rational ja noch nachvollziehen können, wenn Wertgegenstände gestohlen worden wären", sagt Holtmann, "dies aber ist eine Grenzüberschreitung, die ich nicht verstehe."

Entdeckt hatte den Einbruch Küster Günter Bandura gegen 7.30 Uhr: Eine Seitentür war aufgehebelt worden. In der Kirche hatten sich die Einbrecher dann zunächst Zugang zum Küsterraum verschafft, wo sie einen kleinen Tresor aus der Wand rissen. Der Stahlwürfel, in dem sich wenige Münzen aus der Kollekte befanden, wurde später ungeöffnet in der Nähe der Kirche gefunden. In dem Wirtschaftsraum fanden die Täter auch einige Flaschen Bier und Wein, die beim Neujahrsempfang übrig geblieben waren. Die Flaschen lagen am nächsten Morgen zerschmettert im Altar-Vorraum. Die Zerstörungswut der Einbrecher war damit aber noch nicht erschöpft. Sie brachen eine Tür zur Empore auf, machten sich an den schweren Eisengittern zur Lüftung zu schaffen und drangen sogar in die Gruft ein, wo sie einen schweren Steinsarg umwarfen. Gestohlen wurden letztlich nur zwei kleine Funkgeräte mit Ladestation. Es ist weniger der materielle Schaden von geschätzten 4000 Euro, der Pastor Stefan Holtmann zu schaffen macht - es ist die sinnlose Zerstörungswut an in einem Ort, der für Andacht und Geborgenheit steht.

Trotz aller Betroffenheit ging das Leben in der Kirche weiter. Für eine Trauung gestern Nachmittag wurden die Spuren der Verwüstung so gut es geht beseitigt. Allerdings nicht komplett. "Es ist vielleicht gar nicht so schlimm, dass von dem Schaden noch etwas zu sehen ist", sagte Holtmann. "Das ist eben die Realität." Nach dem Einbruch kamen natürlich auch Gedanken auf, die Kirche zusätzlich zu sichern. Holtmann aber ist eher dagegen. "Wir wollen den Menschen hier eine offene Kirche anbieten und keinen Hochsicherheitstrakt einrichten."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen