Ein Weg für Hamburgs Komponisten

Viele Künstler haben hier gewirkt: In der Peterstraße  soll  eine 'Komponistenmeile' entstehen. dpa
Viele Künstler haben hier gewirkt: In der Peterstraße soll eine "Komponistenmeile" entstehen. dpa

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04. Januar 2013, 01:14 Uhr

Hamburg | M it einer "Komponistenmeile" will Hamburg künftig an seine bedeutenden Musiker erinnern. Die Carl-Toepfer-Stiftung zeigt sich zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr mit den Umbauarbeiten in der Peterstraße begonnen wird. Man werde das Konzept schrittweise umsetzen, sagte Stiftungsvorstand Michael Keller. Ziel sei es, ein neues Museum zu Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) bis zu seinem 300. Geburtstag am 8. März 2014 zu öffnen. Der "Hamburger Bach" gilt als bekanntester Sohn von Johann Sebastian Bach (1685-1750).

In der historischen Peterstraße unweit des Michel zeigen derzeit die Museen zu Johannes Brahms (1833-1897) und Georg Philipp Telemann (1681-1767) ihre Schätze. Im Mai vorigen Jahres hatte die Toepfer-Stiftung das Konzept der "Komponistenmeile" vorgestellt.

Danach sollen in der Peterstraße drei weitere Museen entstehen, die an Carl Philipp Emanuel Bach und Gustav Mahler (1860-1911), sowie an die Geschwister Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und Fanny Hensel (1805-1847) erinnern. Die Räume will die Stiftung stellen. Zentrale Anlaufstelle soll ein Besucherzentrum mit Museumsshop werden. Gerechnet wird mit rund 50 000 Besuchern pro Jahr.

Die geschätzten Umbaukosten von rund 700 000 Euro sollen bei Stiftungen und Privatpersonen eingeworben werden. Derzeit gebe es Zusagen für rund ein Viertel der Gesamtsumme, sagte Keller. Damit könnte der Umbau zwar beginnen, allerdings vorerst nur für eines der drei geplanten Museen. Die "Komponistenmeile" soll Einheimischen und Touristen die reichhaltige Musikgeschichte der Hansestadt nahe bringen. Brahms ist ebenso wie die Geschwister Mendelssohn in Hamburg geboren. Telemann und sein Patensohn Bach haben als städtische Musikdirektoren das musikalische Leben im 18. Jahrhundert geprägt. Mahler wurde 1891 für sechs Jahre Kapellmeister am Stadttheater, dem Vorgänger der Staatsoper, und etablierte hier die zeitgenössische Musik.

Die Peterstraße gilt als ein Zeugnis der Hamburger Architekturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Allerdings sind nur wenige Häuser original. In den 1960er Jahren ließ der Unternehmer Alfred Toepfer hier weitere Häuser im historischen Stil unter Nutzung alter Bausubstanz neu errichten. Die Mehrzahl der Wohnungen wird heute kostengünstig an Senioren vermietet. 1971 wurde das Brahms-Museum eröffnet. Im Mai 2011 folgte das Telemann-Museum.

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