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Ein Nordfriese will nach Kiel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bislang hat er es nicht direkt gesagt, doch nun ist klar, dass Ingbert Liebing der neue Herausforderer von Ministerpäsident Torsten Albig wird. Bis zur Wahl 2017 wird der designierte Parteivorsitzende nun viel tun müssen. Es wird nicht leicht für den 51-Jährigen, von Berlin aus eine Partei aufzubauen und sich selbst im Land eine Bühne zu verschaffen, um im Wahlvolk bekannter zu werden. Sein Vorgänger Reimer Böge hat das nicht geschafft, und auch Liebing wird das Problem haben, dass politisch interessierte Menschen in erster Linie auf den neuen Fraktionsvorsitzenden schauen werden. Langfristig ist dessen Entscheidung, auf die

Spitzenkandidatur zu verzichten, vielleicht sogar schlau – immerhin ist er zehn Jahre jünger als Liebing.

Der Sprung eines Bundestagsabgeordneten auf den Stuhl des Ministerpräsidenten eines Landes ist im Norden kürzlich schon mal gelungen. Der im Vergleich zu Liebing allerdings ungleich bekanntere Olaf Scholz schaffte, nachdem er 2009 den Landesvorsitz der SPD in Hamburg übernommen hatte, zwei Jahre später bei der Bürgerschaftswahl sogar eine absolute Mehrheit. Dabei gelang ihm das, was Liebing noch bevorsteht: eine demoralisierte Partei zu einigen, zu motivieren und zum Sieg zu führen. Ob Liebing das auch kann, werden die nächsten Monate zeigen. Schwer wird es: Schon mal hat es ein Nordfriese aus Berlin in die Kieler Staatskanzlei geschafft – allerdings nicht aus eigener Kraft. Um 2005 Ministerpräsident zu werden, war der Bundestagsabgeordnete Peter Harry Carstensen auf die Hilfe des Heidemörders angewiesen.

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erstellt am 12.Okt.2014 | 14:57 Uhr

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