Die „seltenen Perlen“ bleiben

Günther  Petersen
Günther Petersen

„Extraplatt“-Autor Günther Petersen verstorben

Avatar_shz von
23. November 2013, 00:34 Uhr

26 Jahre langbegegneten die Leser unserer Zeitung Dr. Günther Petersen (Foto) täglich in seiner Kolumne „Extraplatt“. Seine kurzen niederdeutschen Gedanken und Alltagsgeschichten schufen Bande, die den Verlust umso schmerzhafter machen: Der Autor verstarb jetzt 93-jährig in Bad Kreuznach.

„Extraplatt“ wird unvergesslich bleiben. Günther Petersen hat Maßstäbe gesetzt. Keine tägliche Kolumne, von nur einem einzigen Autor geschrieben, erschien in einer Zeitung weltweit länger als seine. Und kaum eine Kolumne hatte einen größeren Fan-Kreis. Heidi Kabel las sie, Helmut Schmidt und Gerhard Stoltenberg verfolgten sie. Der frühere medienpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, hatte Recht: Das waren „seltene Perlen in der norddeutschen Zeitungslandschaft“.

Hinter diesen „Perlen“ steckte ein brillanter Kopf und „feiner“ Mensch. Er, der 1946 seinen ersten Zeitungsartikel für den „Insel-Boten“ schrieb, hatte immer und zuerst seine Leserinnen und Leser im Blick. Sie wollte er mal informieren und mal aufheitern, mal nachdenklich stimmen, mal zur Debatte – und durchaus auch zur Gegenrede - auffordern. Bereichert hat er mit seinen Beiträgen alle.

Das gilt erst recht für den Menschen Günther Petersen. Er strahlte Wärme und Nähe aus, munterte andere auf und schob die eigene Krankheit und die seiner Frau, die kurz vor ihm verstarb, zur Seite. Petersen war vor allem für andere da, beantwortete jede Leserzuschrift zu seiner Kolumne, kümmerte sich um „seine“ Universität in Greifswald und um die Sprache. „Das umfangreiche literarische Werk von Herrn Günther Petersen verdient ohne Zweifel Aufmerksamkeit und entsprechende literaturkritische Würdigung“, schrieb Prof. Dr. Günter Bentele von der Universität Leipzig 1994.

Petersen erhielt viele Auszeichnungen, zuletzt 2010 zu seinem 90. Geburtstag die „Goldene Ehrennadel“ des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes. Seine unzähligen Beiträge wirken fort. Er wird vielen fehlen; die Redaktion dieser Zeitung gehört dazu.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen


Nachrichtenticker