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Die Planung nimmt Fahrt auf

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wichtiger Schritt in Richtung Neubau der Rader Hochbrücke: Verkehrsminister Meyer überträgt Projekt-Dienstleistung an die Deges

„Die Uhr tickt“, mahnt Kiels Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD): Maximal zwölf Jahre hält die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal noch durch – sofern die Laster brav langsam fahren und Abstand halten, damit der Beton nicht überstrapaziert wird. Zwölf Jahre – das mag auf den ersten Blick eine lange Zeit sein, doch Planungen und Bau solch einer Brücke sind aufwändig: „Wir haben keine Zeit zu verlieren“ , sagt Meyer.

Damit das Projekt sowohl wirtschaftlich bleibt als auch termingerecht fertiggestellt wird, unterzeichnete der Minister gestern einen Dienstleistungsvertrag mit der Deges – der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH. Die staatliche Berliner Firma, zu deren Gesellschaftern das Land Schleswig-Holstein gehört, verfügt laut Meyer „über enorme Erfahrungen im Brücken- und Tunnelbau“. Er habe mit dem Unternehmen schon bei der Planung des jüngst begonnenen Ausbaus der A  7 gute Erfahrungen gemacht. „Diese Kompetenz brauchen wir für das Projekt.“ Denn Meyers Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) gilt als unterbesetzt und muss außerdem zahlreiche andere Projekte, wie etwa die Fehmarn-Belt-Querung und die Planung der B  5 schultern.

Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger hofft sogar, die Brücke noch schneller als in zwölf Jahren fertig zu stellen. „Mit der Planung läuft es jetzt Schlag auf Schlag“ – Umweltprüfungen und Verkehrsprognosen sind die nächsten Aufgaben.

Damit es mit dem Projekt noch schneller vorankommt, versucht das Land derzeit, die Rader Hochbrücke auf eine Liste von Infrastrukturprojekten zu setzen, für die ein beschleunigtes Klageverfahren gelten soll. Für diese Bauvorhaben würde mit einer Änderung des Bundesfernstraßengesetzes bei Klagen eine Gerichtsinstanz wegfallen und sofort beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig landen.

Als nächstes wird die Deges mit Hilfe verschiedener Studien die bevorzugte Variante für den Bau der Brücke herausarbeiten, für den die detaillierte Entwurfsplanung aufgenommen wird. Brandenburger will dann möglichst bald auch mit den Bürgern ins Gespräch kommen. „Die Brücke ist ein sehr prägnantes Bauwerk in der Region, deshalb sind wir uns mit dem Ministerium einig, dass wir sie in das Projekt einbeziehen wollen.“ Noch im Frühjahr soll es eine erste Informationsveranstaltung für die Kommunen geben.

Um zeitlich und finanziell nicht Schiffbruch zu erleiden, hat das Bundesverkehrsministerium die Rader Brücke als Pilotprojekt für das Risikomanagement benannt. Meyer rechnet mit Gesamtkosten von rund 300 Millionen Euro. Die Planungskosten machen etwa 15 bis 20 Prozent dieser Kosten aus. Drei Prozent trägt der Bund, den Großteil muss das Land übernehmen. Dafür wurden bereits zusätzliche Landesmittel bereitgestellt.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 14:06 Uhr

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