Landespolizei nach Orkan „Xaver“ : „Die Leute waren gelassener“

Rund 2000 Einsätze fuhren Polizei und Feuerwehr im Land - wie hier in Flensburg.
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Rund 2000 Einsätze fuhren Polizei und Feuerwehr im Land - wie hier in Flensburg.

Orkan Xaver verlief in weiten Teilen des Landes glimpflich. Wurde im Vorfeld zu viel gewarnt? Nein, sagt Joachim Gutt (58), Einsatzleiter der Landespolizei.

shz.de von
07. Dezember 2013, 00:31 Uhr

Viel Wind um fast nichts? Orkan „Xaver“ dauerte länger als „Christian“ vor sechs Wochen, richtete aber längst nicht so viel Schaden an. Die Deiche hielten drei Sturmfluten stand. Bei einem Besuch des Lagezentrums in Husum lobte Ministerpräsident Torsten Albig das professionelle Krisenmanagement. „Ein Beleg dafür, dass alle aus der Sturmflut von 1962 gelernt und danach die richtigen Entscheidungen getroffen haben“, so Ministerpräsident Albig. Aber nicht nur die Küstenschützer hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Die Leitstellen der Polizei und Rettungskräfte waren zwei Tage in Alarmbereitschaft. Joachim Gutt (58), Einsatzleiter der Landespolizei, steht Rede und Antwort.

Wie zufrieden sind Sie mit der Krisenbewältigung und des Managements im Lagezentrum während des Orkantiefs „Xaver“?
Die Landespolizei ist mehr als zufrieden, so wie auch jeder Bürger des Landes mit dem Funktionieren der Sicherheitsbehörden zufrieden sein kann, denke ich. Das Zusammenspiel aller Dienststellen, die mit der Lagebewältigung zu tun hatten, hat sehr gut funktioniert. Die ganze Landespolizei hat darüber hinaus digital gefunkt – ohne Störungen.

Warum hat der Sturm weniger Schäden angerichtet als „Christian“?

Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung der Medien waren die Bürger gut auf den Orkan vorbereitet. Glücklicherweise ist vielleicht auch dadurch niemand ernsthaft verletzt worden. Die Vorbereitungen der Polizei und die Berücksichtigung von Erfahrungen aus dem Orkan „Christian“ haben sich nach meinem Dafürhalten ausgezahlt. Ich muss allerdings einräumen, dass die Hilfeersuchen sowohl zahlenmäßig als auch in qualitativ lange nicht das Niveau von „Christian“ erreicht haben. Die Menschen waren insbesondere bei kleineren Schadensfällen merklich toleranter und gelassener.

Am Ende ist nicht viel passiert – wurde zu viel gewarnt?
Eindeutig nein! Wenn die Gefahr besteht, dass ein Orkan schwere Sturmfluten verursacht und mit Spitzengeschwindigkeiten über Schleswig-Holstein fegt, sind ausreichende Vorbereitungen und Warnungen unerlässlich, sie können Leben retten.


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