zur Navigation springen

Landtag Schleswig-Holstein : Die 100-Euro-Frage: Mehr Kita-Qualität oder Eltern entlasten?

vom

Die Landesregierung möchte auf dem Schritt zur beitragsfreien Kita den Eltern mit einer monatlichen Entlastung entgegen kommen. Die CDU findet: In die Kita-Qualität wäre das Geld besser investiert.

Kiel | In Quiz-Shows sind 100-Euro-Fragen meist leicht zu beantworten. In der Politik sieht das anders aus. Schließlich geht es insgesamt um einen 23-Millionen-Batzen. Den möchte die Landesregierung gern auf Familien mit kleinen Kindern verteilen - und zwar als Unterstützung für die Kita-Kosten mit 100 Euro pro Kind. Die CDU lehnt das ab und möchte das Geld lieber in die Qualität der Kitas stecken. Der Antrag wird am Donnerstag im Landtag diskutiert.

Kommunen stehen bei den Kita-Kosten vor einem Abwägungs-Dilemma. Einerseits sind junge Familien besonders auf dem Lande wichtig, um die Zukunft der Orte zu sichern. Andererseits müssen die Gemeinden auf den Haushalt achten. So entstehen regional stark unterschiedliche Preise.

Besonders Familien mit kleinem Einkommen stellen die Kosten für die Kinderbetreuung vor große finanzielle Hürden. Das Internet wimmelt von Vergleichsportalen. Reisen, Strom, Versicherungen - mit wenigen Angaben hat man in Sekundenschnelle einen groben Überblick. Das ist ein wunderschöner und verbraucherfreundlicher Service, schließlich handelt es sich bei Versicherungen um Kosten, die regelmäßig ins Kontor hauen. Um es vorweg zu nehmen: Ein Vergleich von Kita-Gebühren ist nicht ganz so gemütlich. Wenn er nicht gar unmöglich ist. So sagt das Portal Kita.de: „Einheitliche Aussagen zu Kita-Gebühren in Deutschland sind leider unmöglich.“ Die regionalen Unterschiede seien enorm: von null bis zu 2600 Euro reichen Kita-Kosten im Jahr. „Dabei ist Schleswig-Holstein der absolute Negativ-Spitzenreiter.“

So müssen Eltern in Neuwittenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) für den Krippenbesuch gut 500 Euro pro Monat einplanen, wie eine Familie den „Kieler Nachrichten“ erzählte. Das nahe Kiel hingegen wäre mit 320 Euro für sie wesentlich günstiger. Doch die Preise variieren auch je nach Einkommen der Familie, Stundenzahl, nach Geschwisterkindern, Verpflegung - und nicht zuletzt wäre der Betreuungsschlüssel wichtig für einen Vergleich. Hamburg hat sich beispielsweise entschlossen, die Betreuung bis zu fünf Stunden täglich gänzlich kostenlos anzubieten.

Die Grafik zeigt reguläre, also nicht ermäßigte Kosten für ein Kind unter drei Jahren bei acht Stunden Betreuung am Tag.

 

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mär.2016 | 20:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen