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Diagnose Krebs – Für Tatjana Thiessen ist die Familie die beste Medizin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 15:47 Uhr

Familie ist die beste Medizin! Aus diesem Grund unterstützen Radio Schleswig-Holstein (RSH) und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) mit der Aktion „Carsten Köthe hilft helfen“ in diesem Jahr das Projekt „Angehörigenwohnung“ der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Denn so wichtig ärztliches Können für den Heilungsprozess auch ist – die Nähe der Familie ist es auch!

Angehörigenwohnungen bieten Verwandten und engen Freunden von Krebspatienten während der Behandlungszeit ein kostenloses kleines Zuhause. So können Eltern, die sonst täglich zum Teil über hundert Kilometer pendeln müssten, bei ihren erkrankten Kindern sein. Aber auch Elternteile mit Kindern können die Wohnung nutzen, um in der Nähe des krebskranken Partners zu sein und ihn zu unterstützen. „In der Angehörigenwohnung können Verwandte und Freunde auch die notwendige Kraft schöpfen, um den Patienten bestmöglich zu unterstützen“, sagt Katharina Papke, Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft.

Kraft – die benötigt wird. „Da steht die Welt irgendwie Kopf“, so beschreibt Tatjana Thiessen die Zeit während ihrer Krebsbehandlung. Die heute 37-Jährige erhielt im Oktober 2012 die Diagnose: Brustkrebs. Bereits eine Woche später begann die Chemotherapie. Zu dem Zeitpunkt war die Ahrensburgerin (Kreis Stormarn) im dritten Monat schwanger. „Das war eine schwere Zeit“, berichtet ihr Mann Helge. Ein paar Monate später kam die kleine Amelie dann zu früh, aber gesund zur Welt. Um seine Partnerin zu unterstützen, fuhr Helge jeden Tag mitten im Berufsverkehr die 100 Kilometer zwischen Ahrensburg und der behandelnden Klinik in Kiel hin und her.

So wie dieser Familie geht es auch vielen weiteren Betroffenen in Schleswig-Holstein. Um ihnen unter die Arme zu greifen, dreht sich dieses Jahr bei „Carsten Köthe hilft helfen“ alles um die Errichtung einer Angehörigenwohnung in Lübeck. Wie auch die Angehörigenwohnung in Kiel, soll dort den Angehörigen von Krebspatienten ein kleines Zuhause geschaffen werden. „Ich habe einige Gäste der Kieler Wohnung kennen lernen dürfen und sie waren alle sehr dankbar, diese Einrichtung nutzen zu können. Es ist eine wirkliche Erleichterung in einer schweren Zeit“, so RSH-Moderator Carsten Köthe, Initiator und Namensgeber der Aktion.

Auch Helge nahm die Angehörigenwohnung in Kiel in Anspruch. „Das war eine ziemlich große Entlastung“, sagt Tatjana. „Ich war ganz froh, dass die Kleine wenigstens bei Papa sein konnte.“ Für Helge selbst war die Wohnung ebenfalls eine große Hilfe in Zeiten des Therapiemarathons. Die Wohnung nahm ihm nicht nur die Lasten, die das Pendeln zwischen Familie, Arbeit und Krankenhaus mit sich bringen, sondern gab ihm auch die Möglichkeit, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen.

Nachdem die zweifache Mutter die Behandlung hinter sich hatte, erlitt sie einen Rückfall. Nach einer Brustamputation ist sie heute wieder zuhause – und versucht zusammen mit ihrer Familie positiv in die Zukunft zu blicken.

Mit „Carsten Köthe hilft helfen“ rufen der Radiosender und unsere Zeitung also in diesem Jahr die Schleswig-Holsteiner zum Spenden auf, um die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft bei der Ausstattung und den Mietkosten für eine weitere Angehörigenwohnung zu unterstützen.

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