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Deutsche und Dänen verstehen sich so gut wie nie

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 13:07 Uhr

150 Jahre nach dem deutsch-dänischen Krieg um Schleswig-Holstein lassen die beiden Nachbarvölker die langen Schatten der Vergangenheit hinter sich: 79,6 Prozent der Deutschen und sogar 94,8 Prozent der traditionell eher skeptischeren Dänen beurteilen das Verhältnis zwischen beiden Ländern als positiv oder sehr positiv. Jeweils rund 80 Prozent beiderseits der Grenze sind dafür, die Zusammenarbeit auszubauen.

Das geht aus einer Meinungsumfrage hervor, die der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag gemeinsam mit der süddänischen Regionalzeitung JydskeVestkysten, den Minderheitenzeitungen Flensborg Avis und Der Nordschleswiger sowie der Region Süddänemark in Auftrag gegeben hat. Das Kopenhagener Meinungsforschungsinstitut Voxmeter hat dafür jeweils 500 repräsentativ ausgewählte Einwohner des nördlichen Schleswig-Holstein und des südlichen Dänemark interviewt. Anlass ist der runde Jahrestag der Schlacht auf den Düppeler Schanzen am 18. April 1864. Darin besiegte Preußen Dänemark. Dies führte zum Ausscheiden Schleswigs und Holsteins aus der dänischen Monarchie.

60,6 Prozent der Schleswig-Holsteiner finden, dass sich das Verhältnis zwischen den Nachbarn in den letzten 50 Jahren positiv entwickelt hat; 18,9 Prozent beurteilen den Wandel als sehr positiv. Dänischerseits haben in diesem Zeitraum 56,8 Prozent einen positiven Wandel wahrgenommen, 36,2 Prozent einen sehr positiven. 85,7 Prozent der Deutschen sehen in der Grenze überhaupt keine Barriere für ihren Alltag. Von den Dänen erklärten dies 79,8 Prozent. Deutlich wird allerdings, dass die Wirkungen der politisch oft beschworenen Kooperation ausbaufähig erscheinen. Auf die Frage, inwieweit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Einfluss auf den persönlichen Alltag habe, antworteten 16,5 Prozent der Deutschen mit „sehr hoch“ oder „hoch“ und 21,7 Prozent mit „einigermaßen“. Bei den Dänen antworteten 36 Prozent mit „sehr hoch“ oder „hoch“ und 24,6 Prozent mit „einigermaßen“. Große Unterschiede offenbaren sich bei der Sicht auf den Euro. 49 Prozent der Deutschen würden sich von dessen Einführung in Dänemark einen positiven oder sehr positiven Effekt erwarten. Dänischerseits glauben dies 25,6 Prozent.

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