Sicherheit in SH : Deutlich weniger Wohnungseinbrüche in Schleswig-Holstein

Die Zahl der Einbrüche sinkt.

Die Zahl der Einbrüche sinkt.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist mit 5492 Fällen auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

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14. Februar 2018, 12:41 Uhr

Kiel | Deutlich weniger Menschen sind in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr Opfer eines Einbruchs geworden. Die Zahl der Einbrüche und Versuche sank mit 5492 Fällen auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. 2016 hatte die Polizei noch 6965 Einbrüche registriert, 2015 sogar 9095 Fälle. „Schleswig-Holstein ist 2017 sicherer geworden“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen.

In mindestens 126 Fällen haben die Ermittler Tatverdächtige ermittelt und festgenommen. Allein 83 mutmaßliche Einbrecher wurden auf frischer Tat ertappt. Ein Teil von ihnen ist laut Polizei für eine erhebliche Zahl an Einbrüchen verantwortlich. „Das waren Täter, die serienmäßig professionell Einbrüche begangenen haben – und das in Strukturen“, sagte Kriminaldirektor Rainer Bretsch. Die sinkenden Fallzahlen seien Erfolg der Ermittlungsarbeit. „Das sind Serientäter, die einen Großteil des Anstiegs in der Vergangenheit ausgemacht haben.“

Innenministerium und Polizei führen die positive Entwicklung auf das landesweite Polizeikonzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls zurück. „Das bedeutet aber nicht: Das Thema ist gebannt“, warnte Grote. „Es geht nicht nur um das Hab und Gut. Es geht auch um den psychischen Schaden, das jemand das Haus durchsucht hat.“ Auch deshalb fördert die Landesregierung weiterhin Einbruchschutz-Vorkehrungen für Häuser und Wohnungen. In diesem Jahr steht dafür nach Angaben Grotes eine Million Euro bereit. Bereits in den vergangenen 14 Monaten sind demnach mit Fördermitteln des Landes in Höhe von knapp drei Millionen Euro 2780 Wohnungen und Häuser sicherer gemacht worden.

Der Eigentümerverband Haus & Grund bezeichnete die Förderpolitik als richtigen Weg. „Hauseigentümer machen ihre Haus-Aufgaben, um die eigenen vier Wände sicherer zu machen und das Land unterstützt das mit Zuschüssen; so geht's“, sagte der Verbandsvorsitzende Alexander Blazek. Das Zuschussprogramm löse Investitionen der Eigentümer in vielfacher Höhe aus. Wer gefördert werden wolle, müsse mindestens 2000 Euro investieren. Der Zuschuss betrage dann 20 Prozent. Die Höchstförderung liege bei 1600 Euro.

Innenminister Grote sieht auch in der gestiegenen Wachsamkeit der Menschen Gründe für den Rückgang der Einbruchszahlen. Dies sei ebenso aus der Dunkelfeldstudie der Polizei abzulesen wie eine höhere Anzeigequote bereits bei versuchten Einbrüchen, sagte er.

Verbesserungen hat es nach Darstellung des Innenministeriums auch in der Tatortarbeit gegeben. Trotz sinkender Einbruchszahlen hat es in den vergangenen beiden Jahren jeweils etwa 2700 Anträge auf eine kriminaltechnische Untersuchung von Spuren gegeben. 2015 hatte es nur 1800 solcher Auswertungen gegeben.

Nach Ansicht der SPD zeigt das noch von der alten, SPD-geführten Landesregierung gestartete Konzept gegen Wohnungseinbruch Erfolg. „Alle wichtigen konzeptionellen Grundlagen für die Einbruchsbekämpfung wurden in den Jahren um 2012 gelegt“, sagte die polizeipolitische Sprecherin Kathrin Wagner-Bockey.

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