Der Norden schnieft, keucht und fiebert

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31. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kiel | Langsam nimmt die Grippewelle Fahrt auf. Insgesamt 74 Fälle wurden dem Kieler Institut für Infektionsmedizin seit Jahresbeginn gemeldet, davon allein 40 in der vergangenen Woche.

Verglichen mit anderen Bundesländern geht es den Nordlichtern noch gut: In Sachsen-Anhalt zum Beispiel gibt es über 400 gemeldete Fälle. Allerdings zeigen auch die Zahlen aus Schleswig-Holstein nur die Spitze des Eisbergs, denn längst nicht alle Schleswig-Holsteiner, die vom Virus heimgesucht werden, suchen einen Arzt auf, und nicht alle Mediziner lassen ihre Diagnose in einem Labor überprüfen und melden die Krankheit.

Fakt ist: Der Norden schnieft, keucht und fiebert. Atemwegserkrankungen, egal ob "normale" Erkältungen oder die durch Viren verursachte Influenza, sorgen dafür, dass sich die Reihen in Schulen, Kindergärten und Büros lichten. So müssen sich heiratswillige Paare in Kiel gedulden. Weil gleich mehrere Mitarbeiter des Standesamtes im Bett darniederliegen, werden keine Trauungen mehr angenommen.

Schwer wüten die Erkältungen auch in den Kindergärten, wo teilweise Gruppen zusammengelegt wurden, weil sehr viele Kinder krank sind und auch die Betreuer sich angesteckt haben.

Besonders schlimm ist der Kreis Ostholstein betroffen. Hier fehlen in einigen Einrichtungen bis zu 45 Prozent der Kinder.

Im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Lage nicht ganz so dramatisch, aber auch hier stehen die Zeichen aufgrund der aktuell gemeldeten Fälle auf Vorsicht. Das Dumme: Ärzte berichten, dass die ganz normale Wintererkältung in diesem Jahr sehr langwierig ist. Zudem, so die Nachricht aus dem Robert-Koch-Institut in Berlin, tritt die Wintergrippe 2013 häufig im Kombination mit einem Margen-Darm-Infekt auf. Diese Doppelerkrankungen schwächen die Patienten besonders stark.

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