Dänen-Schulverein zufrieden

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25. Dezember 2012, 01:14 Uhr

Flensburg | Am Ende eines bewegten Jahres für den Dänischen Schulverein in Südschleswig sieht der Vorsitzende Per Gildberg positiv in die Zukunft. "Wir sind zufrieden. Auch wenn es nie genug Geld geben wird im Bildungswesen." Seit 2010 kämpfte der Verein für eine Rücknahme der Kürzungen für dänische Schulen durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung. Im April, kurz vor der Landtagswahl, demonstrierten mehr als 10 000 Menschen für die Rücknahme der Einsparungen, nach der Wahl versprach die neue Regierung eben das.

"Für mich war es ein Riesenerlebnis", sagt Gildberg, "ein positives Erlebnis, dass es möglich war, so viel Unterstützung zu gewinnen". Dass gespart werden sollte, kann Gildberg grundsätzlich verstehen. Auch die dänischen Schulen wollten mitsparen - dies müssten aber alle Schulen tun. "Wir haben ja kein alternatives System", ergänzt Gildbergs Stellvertreter Udo Jessen.

Der Gemeinsame Rat für die dänische Minderheit hat sich vor der Wahl für einen Regierungswechsel ausgesprochen - "das hat es noch nie gegeben". Nicht nur die Minderheit ging weiter als je zuvor, auch ihre Partei, der SSW. Nach der Wahl ist sie in der Regierung - und die versprach, die Kürzungen zurückzunehmen. "Das muss erst durchs Parlament", so Gildberg. Aber auch wenn das Geld für alle weniger werde: "Wir werden über eine geringere Summe nicht meckern. Wir haben einen Riesenschritt gemacht."

"Das Land ist sehr bemüht, Vertrauen wieder herzustellen", sagt Jessen. Schließlich sei die finanzielle Unterstützung unerlässlich - die auch aus Dänemark kommt. Diese könne aber Kürzungen auf deutscher Seite nicht kompensieren. Außerdem: "Dänische Schulen sind auch Kulturzentren. Und die kleinen Schulen sind die teuersten." Insgesamt seien die Schülerzahlen trotz demografischen Wandels sehr stabil.

2010 lagen sie bei etwa 5600, in den Kindergärten stieg sie von 2000 bis 2010 von 1800 auf 2200 Kinder. Der Schulverein ist für 55 Kindergärten und 46 Schulen in Südschleswig verantwortlich.

"Es fühlen sich mehr Eltern der Minderheit zugehörig als früher", erklärt Jessen. "Wir führen ausführliche Gespräche vor dem Kindergartenbesuch und sagen ganz klar, was das bedeutet. Wir sind eine Bekenntnisschule." Die Pläne des neuen Flensburger Uni-Präsidenten Werner Reinhart, intensiver mit Dänemark zu kooperieren, begrüßt Gildberg. "Wir unterstützen ja schon das Institut für Minderheitenpädagogik an der Universität Syddanmark. Hier wohnen Leute beiderseits der Grenze, die seit Jahrhunderten kooperieren."

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