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OECD-Studie : Dänen besorgt über Leseleistung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 09:31 Uhr

Wie gebildet sind die Dänen? Diese Frage ließ sich anhand einer Untersuchung der OECD nun fundiert beantworten. Heraus kam: Im Rechnen liegt der gemeine Däne auf Platz 7 über dem Durchschnitt, in Sachen IT auf einem 8. Platz, aber beim Lesen schneidet er im Vergleich schlechter ab und landet auf Platz 14.

In Zahlen ausgedrückt: Rund 600.000 Dänen zwischen 16 und 65 – also jeder Sechste – können laut Studie nicht sonderlich gut lesen. Vor allem Menschen mit kurzem Bildungsweg, Arbeitslose, Einwanderer und Ältere haben Probleme mit Texten im Alltag.

Während Unterrichtsministerin Christine Antorini (Soz.) das gute Abschneiden Dänemarks in der Erwachsenenbildung als ein Ansatz zum Gegensteuern benennt – die Regierung hat eine Milliarde Kronen für die Erwachsenen- und Weiterbildung abgesetzt – gestaltet sich die Lese-Lage der Nation in Nordschleswig ein wenig anders.

„Solche gezielten Studien sind immer mit Abstand zu betrachten“, sagt der Leiter der Deutschen Büchereien in Nordschleswig, Nis-Edwin List-Petersen. „Denn in der Tat steht Dänemark in Sachen öffentliche Leseangebote und Förderung sehr viel besser da als beispielsweise Deutschland. Dänemark hat einen Schnitt von 13,6 ausgeliehener Medien pro Jahr und Person, Deutschland einen Schnitt von vier. Wenn man sieht, dass in der Studie Finnland und Japan besonders gut abschneiden, muss man zudem bedenken, dass es in Dänemark und Deutschland einen höheren Anteil an Migranten gibt. Das beeinflusst das Ergebnis natürlich.“ In den deutschen Büchereien Nordschleswig sei die Leseförderung seit Langem ein zentrales Anliegen. „Keine Frage, wir müssen die Lesefertigkeit weiter stark fördern. So wie wir es tun, mit Fahrbüchereien für Kindergärten und der Zusammenarbeit zwischen Schulbibliotheken und unserer Kinder- und Jugendbibliothekarin. Gerade heute fand ein Treffen statt, um neue Initiativen zu starten. Beispielsweise ein Bilderbuchkino“, so Nis-Edwin List-Petersen. „So können wir von Anfang an dazu beitragen, dass in Nordschleswig die Lesefertigkeit hoch ist und aus lesenden Kindern lesende Erwachsene werden!“

 

 

 

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