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RSH-Moderator : Carsten Köthe: „Ich bin jetzt mal für eine Zeit nicht dabei“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

RSH-Moderator Carsten Köthe ist an Krebs erkrankt, in sechs Monaten will er wieder am Mikrofon sitzen. Sein Freund und ehemaliger Kollege Michael Stitz über Bodenständigkeit und Medienrummel, über Bangen und Weiterkämpfen - und über einen Mann, der den Optimismus nicht aufgibt.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 12:17 Uhr

Kiel | Darf man das? Wird hier die Erkrankung eines Promis zum Medienereignis hoch gespielt, um Quote zu machen? Solche und ähnliche Fragen beschäftigt die Netzgemeinde und sicher auch viele Leser und Radiohörer, seit Radio Schleswig-Holstein (RSH) gestern (fast nur) ein Thema hatte: Die Krebs-Erkrankung von Carsten Köthe. „Der wichtigste Mann des Senders“, so konnte man bei RSH hören, kämpft mit einer tückischen, unheilbaren, aber behandelbaren Leukämie.

Um es gleich zu sagen, hier schreibt ein Freund und ehemaliger Kollege von Carsten Köthe. Ich bin Partei, und ich meine : Ja, man darf so öffentlich werden, wenn der Krebs einen herausfordert. Carsten hat mit seiner öffentlichen Schilderung seines Zustandes auch ein Tabu gebrochen, das gerade bei Krebs viele Menschen zusätzlich belastet. Die Krankheit verurteilt immer noch viel zu häufig zum Schweigen, weil man sich fast schämt, sie bekommen zu haben.

„Ja, das ist jetzt Mist“, so Carsten in seiner gestrigen Morgensendung. Er sagte es auf seine unnachahmliche Art und Weise. Das heißt, er sagte es mit diesem ihm eigenen Tonfall, der immer freundlich, ja fröhlich klingt, der verbindlich, aufrichtig und optimistisch ist. Selbst im Wissen um die bevor stehenden Wochen und Monate, die leidvoll werden können.

Sich nicht verstecken, nicht entmutigen lassen, nicht zu klagen, sondern nach vorne zu schauen, das war immer die Haltung des zierlichen Star-Moderators, der das Wort Star nicht mag und doch für norddeutsche Radiohörer seit Jahrzehnten einer ist. Ein Lieblingsmoderator, der mitreißen und berühren kann, der mit Bodenständigkeit und Menschenliebe seine Hörer so in den Tag begleitet, dass sie Lust auf den Tag, seine Aufgaben und Herausforderungen bekommen. Es ist genau dieses Talent, das seine Aktionen stets zum Erfolg für RSH werden lassen. „Carsten Köthe hilft helfen“ ist dabei die wohl bekannteste und beliebteste Aktion. Eine, die sich immer wieder für Krebskranke einsetzte, um ihnen die Zeit des Leidens zu mildern. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig bedankte sich in seiner Rede anlässlich des RSH-Jahresempfangs am vergangenen Montag ganz persönlich bei Carsten Köthe für sein langjähriges Engagement für diese Aktion. Carsten war da schon so krank, dass er nicht am Jahresempfang teilnehmen konnte.

„Ich bin jetzt mal für eine Zeit nicht dabei“, ließ Carsten seine Hörer gestern Morgen wissen. Und wieder traf er den richtigen Ton, hielt die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Entspanntheit des Optimisten. Alles wird gut, sollte man denken, auch wenn man weiß, dass der Krebs sich nicht mit lockeren Sprüchen bekämpfen lässt. Mit seiner Frau Miriam hat Carsten aber erlebt, wie großartig es ist, wenn man den Mut hat, den Kampf gegen den Krebs mit positiven Gedanken, mit dem Glauben an seine Besiegbarkeit und mit der Kraft auf sich zu nehmen, die Torturen der Behandlung ertragen zu wollen.

Als Miriam Köthe vor fünf Jahren an Brustkrebs erkrankte, sprach sie „vom Teufelchen in der Brust“ und schrieb auf, was sie während ihrer Behandlungen erlebt, erlitten und erfreut hat. In einem wunderbar einfühlsamen und optimistischen Grundton hat sie ihr Buch über das „Teufelchen in der Brust“ geschrieben. Carsten und Miriam Köthe wollten nie verschweigen, was sie in den Jahren durchgemacht haben, aber es war auch immer sicht- und erfahrbar, dass dieses starke Paar mit seinem klaren und positiven Blick auf die Welt und ihr persönliches Schicksal ganz besondere Menschen sind.

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