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Rader Hochbrücke soll reichen : Bund lehnt neuen Tunnel für Kanal ab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Während die Landesregierung noch über Tunnel und Brücken diskutiert, zeigt Verkehrsminister Ramsauer dem Land die kalte Schulter: „Diese Frage stellt sich nicht.“ Es soll keine neue Kanalquerung geben. Die sanierten Brücken für Autobahn und Schiene sollen reichen.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 15:35 Uhr

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat die schleswig-holsteinische Forderung zurückgewiesen, rasch einen kombinierten Straßen- und Schienentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal als Ersatzbauwerk für die baufällige Rader Hochbrücke und die altersschwache Rendsburger Eisenbahnbrücke auf den Weg zu bringen. „Die Frage einer Querung des Nord-Ostsee-Kanals im Raum Rendsburg auf einem gemeinsamen Bauwerk für die Eisenbahnstrecke Neumünster-Flensburg und die Autobahn A7 stellt sich nicht“, ließ CSU-Politiker Ramsauer gestern gegenüber dem sh:z erklären.

Vielmehr werde die Eisenbahnhochbrücke in Rendsburg gerade „grundinstandgesetzt und verstärkt“ und dann für mindestens 30 weitere Jahre zur Verfügung stehen. Daher sei „ein Ersatzbauwerk derzeit weder notwendig noch geplant“. Auch werde die Sanierung an den Pfeilerköpfen der Rader Hochbrücke „bis November 2013 erfolgreich abgeschlossen sein“, kündigte Ramsauer an. Planungen für einen Ersatzneubau stünden deshalb „derzeit nicht an“.

Dagegen hatte die Kieler Küstenampel wie berichtet von Ramsauer verlangt, nach der Bundestagswahl schnell mit der Planung für ein kombiniertes Querungsbauwerk zu beginnen: „Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass es in diese Richtung gehen soll“, sagte SPD-Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner. Sogar die Grünen sind dafür.

Stegners Parteifreund und Verkehrsminister Reinhard Meyer startete daraufhin einen Vorstoß für einen kombinierten Straßen- und Schienentunnel. Ein Tunnel sei vor allem für den Bahnverkehr „effektiver und praktikabler“ als eine Brücke, sagte Meyer. So würde eine Brücke den Zugverkehr auf der Linie Flensburg-Hamburg unnötig aufhalten, weil dann wie heute eine lange Gleisschleife nötig wäre, um den Höhenunterschied zum unmittelbar hinter dem Kanal gelegenen Rendsburger Bahnhof zu überwinden. „Bei einem Tunnel hat man da bessere Möglichkeiten“, sagte Meyer. Allerdings gebe es noch viele technische Probleme zu klären. Vor allem ist die Zusammenführung der Bahnlinie und der rund sechs Kilometer entfernt verlaufenden A7 in einem gemeinsamen Querungsbauwerk aufwändig.

Für den nächsten Bundesverkehrswegeplan, der von 2015 bis 2030 gilt, müsste Meyer das neue Projekt nach Auskunft seines Sprechers übrigens nicht anmelden – denn darin werden nur geplante Neu- und Ausbauten zusammengefasst. Bereits bestehende Bauwerke werden dagegen ersetzt, ohne dass sie im Verkehrswegeplan stehen.

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