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 Bluttat in Kiel aufgeklärt – Sohn tötet seine Mutter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bluttat im Kieler Stadtteil Südfriedhof – es war ein Konflikt zwischen Mutter und Sohn, der sich in einem unvorstellbaren Gewaltausbruch entladen hat.

Davon zeugen auch einen Tag später noch grausige Spuren: Am Balkonfenster klebt das Blut am ganzen Rahmen, im Treppenhaus ist eine Lache getrocknet. „Diplom-Betriebswirt“ steht an der Tür des Tatverdächtigen. Der Mann (49) soll in seiner Wohnung mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf seiner 71 Jahre alten Mutter eingeschlagen haben. Die Verletzungen waren so schwer, dass eine Identifizierung der Toten zunächst nicht möglich war. Erst nach der gestrigen Obduktion in der Kieler Gerichtsmedizin wagte die Polizei eine Aussage. „Wir gehen davon aus, dass es sich um die Mutter des Mannes handelt“, erklärte Polizeisprecher Matthias Arends. Ein DNA-Abgleich müsse jedoch letzte Gewissheit bringen. Keinen Zweifel gibt es bei der Todesursache: Gewalteinwirkung gegen den Kopf.

Wie in Raserei soll der Sohn zugeschlagen haben. Und wie in Raserei ging er auch auf die Polizisten los, die Nachbarn gerufen hatten, nachdem am Sonntagmorgen ein lauter Streit in der Wohnung zu hören war und Poltergeräusche auf eine dramatische Auseinandersetzung hindeuteten. Arends: „Die beiden Beamten erlitten schwere Prellungen am Oberkörper, sie sind dienstunfähig.“

Trotz ihrer eigenen Verletzungen konnten sie den Mann überwältigen. Sein Motiv liegt im Dunkeln. „Zu der ihm vorgeworfenen Tat machte er keine Angaben“, so Arends. Der 49-Jährige lebte allein, seine Mutter wohnte allerdings im Haus gleich gegenüber. Sie soll ihn betreut haben. Nachbarn beschreiben den Sohn als auffällig. „Er rannte jeden Tag acht Mal zu seiner Mutter rüber, es war eine enge, kranke Bindung.“ Er habe sich nicht lösen können.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel wurde der Mann dem Haftrichter vorgeführt. Dieser entschied unter Berücksichtigung der Gesamtumstände, den Mann in eine Fachklinik einweisen zu lassen.

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