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Großeinsatz in SH : Blitz-Marathon - Aktion mit Ansage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Idee des Blitz-Marathons ist lobenswert. Aber die groß angekündigte Polizeiaktion wird rasende Autofahrer verschonen. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 09:03 Uhr

Wann, wo und auch warum. Die Polizei zeigt sich kommunikativ, präventiv und offen, wie es nur selten der Fall ist. Wenn am kommenden Donnerstag landesweit 333 Polizeibeamte an 121 Stellen ihre Blitzgeräte in Position bringen, sind die Autofahrer gewarnt. Schon ein durchschnittliches Informationsbedürfnis reicht aus, um an diesem Tag den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Die landesweite Aktion wird im Detail angekündigt. Alle wissen es. So mag der 10. Oktober 2013 als tempoärmster Tag der letzten 50 Jahre in die Geschichte des schleswig-holsteinischen Straßenverkehrs eingehen.

Und dennoch handelt es sich um eine lobenswerte Idee. Alle Maßnahmen, um Autofahrer zu einem vernünftigen Fahrstil zu bewegen oder auch zu erziehen, haben Beifall verdient. Noch immer führt zu schnelles Fahren zu fast vierzig Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr. Verursacher sind zumeist nicht jene Autofahrer, die mit leicht überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind, sondern jene Raser, die allzu leichtfertig Fahrfreude mit Tempowahn verwechseln. Aus der Statistik geht hervor, dass es sich in diesen Fällen überwiegend um jüngere Menschen handelt. Insofern kann es von häufigen, intensiven und überraschenden Kontrollen gar nicht genug geben.

Bekannt ist auch, dass gern abends nach Feierabend gerast wird. Besonders in kleineren Orten, in denen die Polizei entweder gar nicht oder nur gelegentlich präsent ist, finden diese inoffiziellen Rennveranstaltungen statt. Viel zu selten beenden hier Kontrollen einen Wahnsinn, der getrost als Fahrertraining für spätere Todesfahrten bezeichnet werden kann.

Nicht angekündigte Kontrollen an 121 gefährlichen Standorten, das wäre eine Maßnahme gewesen, die Schnellfahrer bis ins Mark treffen würde. Bei dieser PR-Aktion bleibt lediglich die Hoffnung, dass das grelle Blitzlicht zu schnelle Autofahrer zumindest sensibilisiert. Zu befürchten ist aber, dass am nächsten Tag alles vergessen ist und wieder Tempo gemacht wird.

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