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„Bitte machen Sie weiter so“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig zeichnet Helden des Alltags aus / Beate und Brar Nissen von der Insel Föhr sind die „Menschen des Jahres“

„Wer sind die Sterne der Gesellschaft?“, fragte sich Torsten Albig gestern. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident trat als Schirmherr der Aktion „Mensch des Jahres“ im Alten Stahlwerk von Neumünster auf. „Sind es die Helden aus Funk und Fernsehen? Oder die Schriftsteller der großen Romane?“ Nein, für den Landesvater sei klar: „Es sind die einfachen Menschen, die kleine Geschichten schreiben. Geschichten über Solidarität.“

19 dieser Menschen wurden in zwei Abstimmungsrunden von mehr als 15 000 Schleswig-Holsteinern zu den „Menschen des Jahres“ ihrer Lokalausgabe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags oder A. Beig-Verlags gewählt. Vier von ihnen hatten gestern die Chance, landesweit „Mensch des Jahres“ zu werden: Beate und Brar Nissen, Dietmar Ruhfus und Kim Schnoor.

Der sh:z-Chefredakteur Helge Matthiesen machte es spannend. Zunächst erklärte er in seiner Begrüßungsrede, dass anhand der bereits im Lokalen ausgezeichneten Menschen deutlich werde, was unsere Gesellschaft zusammenhält. „Sie alle sind Vorbilder“, lobte Matthiesen. „Menschen, die sich für andere einsetzen und diese Auszeichnung verdient haben.“ Zudem begrüßte er fast alle „Menschen des Jahres“ der vergangenen Jahre mit dem Hinweis, dass der Festakt schon so etwas wie eine Familienfeier sei.

Dann bat Matthiesen Torsten Albig an das Rednerpult. „Was für ein Feiertag“, freute sich der Ministerpräsident. „Wir feiern heute den Zusammenhalt der Gesellschaft. Wir feiern, dass wir in unserem Land gegenseitig füreinander da sind.“ Die Aktion „Mensch des Jahres“ sei viel mehr als ein Wettbewerb – eigentlich sei sie gar kein Wettbewerb, denn alle sind Gewinner, meinte Albig in Richtung der Ehrenamtler. Albig wies auf eine Umfrage hin, in der es heiße, dass die Schleswig-Holsteiner sehr glücklich seien. „Die Menschen in Schleswig-Holstein fühlen sich wohl, weil es Menschen wie Sie gibt.“ Denn Zusammenhalt und Nächstenliebe machten glücklich. „Bitte machen Sie weiter so“, wünschte sich Albig.

Dann war es immer noch nicht so weit. Die Kandidaten mussten sich gedulden und auf die Entscheidung warten, während die Musiker Martina Tegtmeyer und Jan Baruschke Werke von Vivaldi und Bach interpretierten.

Im Sieger-Umschlag standen dann die Namen Beate und Brar Nissen. Das Ehepaar leitet auf der Nordseeinsel Föhr den Ortsverein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Laudator Torsten Albig dankte ihnen, dass sie an den Stränden von Föhr für Sicherheit sorgen und eine hervorragende Jugendarbeit leisten. „Kann man sich ein Land zwischen den Meeren ohne Leute wie Sie vorstellen?“, fragte Albig. Nein, möchte man ihm antworten. Der Ministerpräsident lobte vor allem, dass die Nissens besonders die Schwächeren förderten, in dem sie nicht auf feste Trainingszeiten bestehen. „Auch die, die nicht schnell sind, bekommen bei Ihnen Zeit, um schnell zu werden.“ Das Lob kam an: „Ich bekomme das Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht“, sagte Beate Nissen nach der Ehrung.

Auf dem zweiten Platz landete Dietmar Ruhfus nach einer 1750 Kilometer langen Fahrradtour von Flensburg nach Füssen. Der Leiter der Sparkassen-Filiale in Vogelsang-Grünholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wollte auf diese Weise über den Augenkrebs informieren und für die Kinder-Krebs-Stiftung werben, für die er über 50 000 Euro Spenden sammeln konnte. Sein Engagement wurde durch mehrere Erkrankungen seines Bruders Thomas ausgelöst. Dieser leidet seit der Geburt an einem erhöhten Krebsrisiko.

Dritter wurde Kim Schnoor aus Schleswig. Der 19-Jährige hatte einen Mann vor dem Ertrinken in der Schlei gerettet. Bei einer Wassertemperatur von minus zwei Grad zögerte er nicht, sprang und holte den Mann aus dem Wasser. Gestern konnte er nicht anwesend sein, da er gerade eine Work-and-Travel-Tour durch Australien macht. Seine Mutter vertrat ihn. Allerdings schickte er eine Videobotschaft nach Neumünster, in der er von einem Strand aus grüßte. „Hier hat das Wasser eine Temperatur von 28 Grad“, sagte Schnoor.

Abschließend formulierte Stephan Richter, Sprecher der Chefredakteure des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und Ideengeber der Aktion ein Zitat von Sigmar Gabriel passend um: „Die Summe der Menschen, die sich für das Gemeinwohl engagieren, bestimmen die Richtung einer Gesellschaft.“

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erstellt am 01.Feb.2014 | 00:31 Uhr

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