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Bischof Ulrich: Kirche muss realitätsbewusster Dienstleister werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Nordkirche sollte mehr Realitätsbewusstsein entwickeln und zu einem Dienstleister werden. Das forderte Landesbischof Gerhard Ulrich auf der gestern eröffneten Landessynode in Travemünde. Aus der Außenperspektive vieler Menschen werde die Kirche nicht mehr als „Volkskirche“ wahrgenommen. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, sondern eher fragwürdig, dass Kirche etwas anderes sein sollte als ein Kaninchenzüchterverein.“ Vor diesem Hintergrund forderte Ulrich die Nordkirche auf, sich stärker als „Dienstleister“ zu verstehen. Schon Jesus habe gesagt: „Wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Diener“, so der Bischof. „Warum gibt es den Zwang, dass Familien ihr Kind nur an konkreten Taufsonntagen taufen lassen dürfen?“, fragte Ulrich. „Warum keine Trauerfeier am Samstag, wenn Kapelle und Friedhof Kircheneigentum sind?“ Dagegen bekannte sich der Theologe zur umstrittenen Loyalitätsrichtlinie, die unter anderem eine Kirchenmitgliedschaft der Mitarbeiter vorschreibt. Diese Forderung sei aber nur legitim, wenn man auch der „kirchlichen Einrichtung abspürt, wes Geistes Kind sie ist“. In der Debatte um den Religionsunterricht betonte Ulrich, dass nach dem Grundgesetz ein Grundrecht auf ein ordentliches Lehrfach Religion bestehe. Es sei im Interesse aller, „dass religiöse Inhalte so vermittelt werden, dass sie zur Bildung von Geist und Sinn, von Persönlichkeit und Gewissen beitragen“.

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erstellt am 27.Feb.2014 | 16:30 Uhr

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