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Beim Streik im Kanaltunnel droht der Verkehrskollaps

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erstellt am 06.Aug.2013 | 01:14 Uhr

RENDSBURG | Die Verkehrslage rund um die A 7 und besonders im Raum Rendsburg droht sich weiter zuzuspitzen: Nachdem die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bereits für Lastwagen gesperrt worden war und auch für Autos nur einspurig befahrbar ist, könnte nun auch die nächstgelegene Ausweich strecke vorüber gehend ausfallen. Denn die Gewerkschaft Verdi will bei ihrem Arbeitskampf in der Wasser- und Schifffahrts verwaltung (WSV) in der kommenden Woche den Rendsburger Kanaltunnel lahmlegen.

"Ab Mittwoch rufen wir die Leitstelle des Kanaltunnels zum Streik auf", kündigte Verdi-Nord-Fachbereichsleiter Jochen Penke gestern gegenüber unserer Zeitung an. "Dann darf kein Auto mehr durch den Tunnel fahren." Einzig für Not-Transporte könne eine Sonderregelung getroffen werden. Drei Tage soll der Ausstand dauern. Dass der Straßenverkehr in der Region dadurch stark gestört wird, ist Penke klar: "Das nehmen wir in Kauf."

Für den Rendsburger Tunnel ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau zuständig, das ab nächster Woche bestreikt wird. Auch die Kanalschleusen in Holtenau sind dann betroffen, ebenso die Fähren im Abschnitt bis Rendsburg - mit Ausnahme der Verbindung in Landwehr, die privat betrieben wird.

Sogar schon ab morgen will Verdi nach Penkes Angaben "für drei bis fünf Tage" an den Schleusen in Brunsbüttel in Ausstand treten. Der Schifffahrt drohen dann erhebliche Behinderungen. Penke rechnet damit, dass sich am Arbeitskampf insgesamt 600 der gut 2000 Beschäftigten der Schifffahrtsverwaltung im Norden beteiligen werden.

Mit den bundesweit laufenden Streikmaßnahmen will Verdi einen Tarifvertrag für den WSV-Umbau durchsetzen. Er soll die Beschäftigten rechtsverbindlich vor Kündigungen und Zwangsversetzungen schützen. "Aber statt eines verhandlungsfähigen Angebots für einen Tarifvertrag gibt es von der Bundesregierung bisher nur unverbindliche Zusagen", kritisierte Penke. Bundesweit werden nach seinen Befürchtungen 3000 der insgesamt 12 000 Stellen der WSV-Reform zum Opfer fallen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält einen Tarifvertrag dagegen für überflüssig, da er ohnehin schon eine Garantie abgegeben hat, dass es nicht zu betriebsbedingten Entlassungen und Zwangsumzügen kommen werde. Diese Garantie, so Ramsauer, sei "wirksamer Bestandteil" der Arbeitsverträge.

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