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Autokennzeichen in SH : Bei Umzug: Autofahrer stehen auf ihr altes Nummernschild

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autobesitzer dürfen seit Januar beim Umzug bundesweit ihr altes Kennzeichen mitnehmen. Das kommt gut an.

von
erstellt am 13.Apr.2015 | 19:53 Uhr

Als Schleswig-Holsteiner mit Berliner Kennzeichen unterwegs? Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist das kein Problem mehr. Autobesitzer dürfen bei einem Umzug bundesweit ihr altes Kennzeichen an den neuen Wohnort mitnehmen. Nach Angaben der Zulassungsstellen findet die neue Regelung großen Anklang bei den Bürgern: Im Kreis Pinneberg behielten beispielsweise 900 von 999 zugezogenen Fahrzeughaltern ihr altes Kennzeichen, also 90 Prozent. Die anderen Landkreise in Schleswig-Holstein melden ähnlich hohe Zahlen.

Die mitgebrachten Kennzeichen stammen längst nicht nur aus Schleswig-Holstein, in dessen Landesgrenzen die Kennzeichen-Mitnahme schon seit 2011 möglich ist. Vielmehr machen Zugezogene aus dem ganzen Bundesgebiet von der Regelung Gebrauch. So waren es im Kreis Dithmarschen 102 „Ummelder“, die ihr Kennzeichen aus Schleswig-Holstein mitnahmen, während 124 eine Autonummer aus dem übrigen Bundesgebiet behielten.

Den Bürgern erspart die neue Regelung Aufwand und Geld: Sie sparen den Gang zum Schilder-Präger und die dort fälligen Kosten von rund 20 Euro. Zudem ist die Grundgebühr für die Ummeldung bei der Zulassungsstelle geringer: Statt zwischen 26 und 28 Euro bei einem Kennzeichen-Wechsel beträgt sie bei der Kennzeichen-Mitnahme nur noch 16 bis 18 Euro. Eine Ersparnis von weiteren zehn Euro.

Für Peter Burkhardt, der bereits seit drei Monaten in Glückstadt mit Berliner Kennzeichen unterwegs ist, lagen die Vorteile der Regelung auf der Hand: „Ich finde es praktisch, dass ich meine Nummernschilder nicht abnehmen musste“, sagt er. Für seine Frau Ingeborg ist zudem der Aspekt der Heimatverbundenheit wichtig: „Als gebürtige Berlinerin finde ich es schön, dass ich weiterhin mit diesem Kennzeichen unterwegs sein darf.“

In der Regel seien es praktische Gründe, aus denen sich Fahrzeughalter zur Kennzeichen-Mitnahme entscheiden würden, sagt der Leiter der Plöner Zulassungsstelle Benjamin Panholzer. „Es ist einfach und spart Kosten.“ Heimatverbundenheit spiele eine untergeordnete Rolle.

Für die Behörden bringt die Möglichkeit der Kennzeichen-Mitnahme kaum Veränderungen: Die Mitarbeiter brauchen lediglich die Kennzeichen nicht mehr zu siegeln und keine neuen Halterdaten im Fahrzeugbrief eintragen. „Der Aufwand dafür beträgt nicht einmal eine Minute pro Vorgang“, sagt Martin Schmedtje vom Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nennenswerte Einsparungen würden sich nicht ergeben.

Einige Landkreise melden jedoch einen höheren Beratungsaufwand, da sich viele Fahrzeughalter nicht sicher seien, was sie bei der Kennzeichen-Mitnahme beachten müssen. „Vielen ist nicht bekannt, dass bei einem Umzug trotz der Möglichkeit der Kennzeichen-Mitnahme eine Pflicht zur Ummeldung des Fahrzeugs besteht“, sagt Benjamin Panholzer von der Zulassungsstelle in Plön. So habe seine Behörde bereits 77 zugezogene Autobesitzer schriftlich angemahnt, die dieser Pflicht nicht nachgekommen seien. 35 Betroffenen, die dann immer noch nicht reagiert hätten, drohte sie mit einem Zwangsgeld von 100 Euro. Im schlimmsten Fall setzen die Zulassungsstellen das Fahrzeug außer Betrieb. In Plön ist es bisher nicht dazu gekommen.

Grundsätzlich gilt also: Jeder Fahrzeughalter, der seinen Wohnort innerhalb der Republik wechselt, kann das Kennzeichen seines Autos mitnehmen. Nicht beibehalten werden kann das Kennzeichen eines neu erworbenen Gebrauchtwagens, der zuvor in einem anderen Landkreis zugelassen war. Diese Möglichkeit bestand in Schleswig-Holstein von 2011 bis 2014, wurde aber im Zuge der bundesweiten Regelung wieder abgeschafft.

Die neue Regelung bedeutet nicht nur, dass Schleswig-Holsteins Kennzeichen-Landschaft bunter wird. Umgekehrt sind nun auch Autos mit KI-, FL- , NMS- oder anderen Kennzeichen aus dem nördlichsten Bundesland dauerhaft in der ganzen Republik unterwegs. So musste die Plöner Zulassungsstelle bereits PLÖ-Kennzeichen nach Hildesheim, Potsdam und in den Hochsauerlandkreis abtreten.

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