Bauausstellung wirkt nach: Elbinsel blüht auf

Lorenz 4,5x6-1.jpg von
27. März 2014, 14:18 Uhr

Die Ausstellung ist längst zu Ende, doch die Schaustücke sind noch da – und werden es auch bleiben. Ein Jahr nach Beginn der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg-Wilhelmsburg ist dort weiterhin zu besichtigen, wie moderne Stadtentwicklung in einer Metropole des 21. Jahrhunderts gelingen kann.

Am 23. März 2013 hatte auf der Elbinsel das Präsentationsjahr der IBA begonnen, deren erste Vorbereitungen bis 2006 zurückreichen. Am 3. November schloss die Präsentation – und zwar mit einem überwältigenden Zuspruch. Gut 400 000 Interessierte besuchten das Schaufenster zur Zukunft, weit mehr als erwartet. Sie bestaunten vor allem die Siedlung futuristischer Wohnideen im Zentrum Wilhelmsburg – darunter ein Haus mit Algenfassade und ein Hotel aus Holz. Aber auch der zum Öko-Kraftwerk umgebaute Flakbunker und der Energieberg Georgswerder auf dem Grund einer ehemaligen Giftmüllkippe wurden zu Magneten. Insgesamt waren rund 70 zukunftsweisende Konzepte zu den Themen Bauen, Energie und Umwelt realisiert worden. Private und öffentliche Investitionen summierten sich auf eine Milliarde Euro. Die Früchte sind auch in diesem Jahr weiterhin zu sehen. Ostern starten wieder Touren und Führungen zu den markanten Punkten des gewandelten Wilhelmsburg.


Schub für Wende in Wilhelmsburg


Auch IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg bleibt in Amt und Würden. Seine Bilanz ein Jahr nach der großen Präsentation fällt positiv aus. Die Bauausstellung und die zeitgleiche Internationale Gartenschau nebenan hätten wesentlich dafür gesorgt, „dass sich Wilhelmsburg zu einem normalen Hamburger Stadtteil entwickeln kann“. Der Niedergang der Elbinsel sei gestoppt, die Bevölkerung wachse doppelt so schnell wie im Hamburger Durchschnitt. Eine neue kulturelle Vielfalt befruchte den Stadtteil. Der Senat hatte die Elbinsel mit ihren vielen sozialen Problemen bewusst zum Schauplatz gemacht. Die Bauausstellung sollte dem lange vernachlässigten und verpönten Wilhelmsburg einen entscheidenden Schub für die Wende zum Bessern bringen. Durchaus zufrieden blicken heute viele Bewohner auf das, was ihnen die IBA gebracht hat. Freilich: Ob das große Experiment im Labor der Stadtentwicklung tatsächlich glückt, wird sich erst in Jahren, eher in Jahrzehnten sagen lassen. Aber immerhin, so stellt Lutz Cassel vom Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg schon mal fest: „Es gibt eine Aufwertung ohne Vertreibung.“ Die von Kritikern erwarteten Mieterhöhungen seien ausgeblieben.

> Info: www.iba-hamburg.de/nc/erleben.

Das IBA-Dock mit der zentralen Ausstellung ist weiterhin geöffnet (Am Zollhafen 12).

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