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Bankierswitwe wurde erstochen

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erstellt am 14.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Plön | Die Bankierswitwe Gisela L. (78), die tot in ihrem Reetdachhaus am Behler See in Plön (Kreis Ostholstein) lag, ist erstochen worden. Das haben Ermittler jetzt bestätigt. Der Täter: mutmaßlich ein Einbrecher.

Nach Informationen unserer Zeitung hatten die Geräusche des Einbruchs Gisela L. geweckt. Sie soll aus ihrem Schlafzimmer im ersten Stock ins Erdgeschoss gegangen sein - und war dort ihrem Mörder in die Arme gelaufen.

Bereits drei Tage sucht die Polizei nun schon nach Spuren. Gestern tasteten sich sogar Taucher am Schilfgürtel des Seegrundstücks entlang. Polizisten einer Hundertschaft durchkämmten erneut in langen Ketten das 12 000 Quadratmeter große Anwesen. "Wir suchen nach allem, was - salopp gesagt - da nicht hingehört", sagte Polizeisprecher Matthias Arends. Klar ist: Die Beamten hoffen, die Tatwaffe zu finden, das Messer, mit dem die Rentnerin getötet worden ist.

Gisela L. hatte allein in dem Reetdachhaus gelebt. Ein Gärtner kümmerte sich um das Anwesen, eine Bekannte fuhr die wohlhabende Seniorin zu Terminen. Ihr Ehemann, Hans-Werner L., war Direktor der Hamburgischen Landesbank gewesen. In der Hansestadt hatte das Ehepaar an der Außenalster gewohnt. Als Hans-Werner L. in den Ruhestand ging, zogen beide an den Behler See. Sie hatten eine eigene Segelyacht, spielten Golf und reisten viel.

Der Ehemann starb vor zehn Jahren. Angehörige gibt es laut Kieler Staatsanwaltschaft nicht mehr. Die Tochter Sabine hatte das Paar bereits 1999 verloren. Im Alter von nur 37 Jahren war sie an einer Krankheit gestorben. "Das macht es schwer, genau zu bestimmten, was gestohlen worden ist", erklärte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Auch wie der Täter ins Haus gelangen konnte, ist noch unklar. Die Alarmanlage funktionierte, wie ein Test der Mordkommission ergab. Allerdings, so berichten es Nachbarn, ließ die Bankierswitwe Türen und Fenster oft unverschlossen.

Hat der Täter das gewusst? Musste Gisela L. sterben, weil sie den Einbrecher erkannt hatte? Für eine Ortskenntnis des Täter spricht, dass das Anwesen weit abseits der Straße liegt, lediglich ein privater Stichweg durch ein Wäldchen führt dorthin. Gleichzeitig war die Lage des Hauses jedoch sehr exponiert. Jeder, der mit der Fünf-Seen-Fahrt über den Behler See schippert, kann es am Seehang sehen. Über einen Steg ist es leicht zu erreichen.

Die Leiche war am Himmelfahrtstag gefunden worden. "Aus der Bevölkerung kamen bereits Hinweise, doch eine heiße Spur ist noch nicht dabei", sagte Birgit Heß. Zeugenhinweise: (0431)160 3333.

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