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Kommentar zum Lagebericht : Banden-Kriminalität betrifft Alltag von Millionen Bürgern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizei muss den Beweis eines erfolgreichen Kampfes gegen Bandenstrukturen liefern. SH könnte Erfolge gebrauchen, kommentiert Eckard Gehm.

In Schleswig-Holstein hat die Organisierte Kriminalität 2014 einen Schaden von knapp sechs Millionen Euro verursacht. Bundesweit waren es 539 Millionen Euro. Die Taten, sie spielen sich schon lange nicht mehr allein im Rotlichtmilieu ab, sondern betreffen den Alltag von Millionen Bürgern. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat das am Dienstag offen zugegeben, auf beamtisch allerdings: Bei Delikten wie Wohnungseinbrüchen seien in den vergangenen Jahren verstärkt Bezüge zur Organisierten Kriminalität festgestellt worden.

Nur ein Drittel der Banden kommt aus Deutschland. Das macht das aktuelle Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) so alarmierend: 63 Prozent der Täter sind ausländische Staatsbürger. Ihre Zahl habe im Bereich der Eigentumskriminalität in den vergangenen fünf Jahren um 60 Prozent zugenommen, wie BKA-Chef Holger Münch erklärte. Angeführt wird die Statistik von litauischen und türkischen Straftätern, gefolgt von polnischen und rumänischen Banden. Neu im Geschäft sind die Georgier, die als Asylbewerber einreisen und für Millionenschäden bei Laden- und Wohnungsdiebstählen verantwortlich sind.

Zu Recht sind viele Bürger verunsichert, in einem vertraulichen Bericht warnt das Duisburger Polizeipräsidium sogar vor No-go-Areas, rechtsfreien Straßenzügen, beherrscht von Banden. Gefragt sind angesichts dieser Entwicklung neue Strategien.

Die von de Maizière sehen so aus: Er will härter gegen Organisierte Kriminalität vorgehen. Bereits die Mitgliedschaft in einer kriminellen Bande soll bestraft werden. Und das BKA hat eine „Koordinierungsstelle Organisierte Kriminalität“ eingerichtet. Die Strukturen hinter den Delikten sollen früher erkannt und zerschlagen werden – und zwar durch länderübergreifend gebündelte Ressourcen, etwa in Ermittlungsprojekten.

Klingt gut, den Beweis eines erfolgreichen Kampfes gegen Banden- und Clanstrukturen muss die Polizei nun liefern. Schleswig-Holstein könnte Erfolge gebrauchen, noch hat das Land die bundesweit geringste Aufklärungsquote bei den Einbrüchen.

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erstellt am 07.Okt.2015 | 06:03 Uhr

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