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Ausbau der A 20: Tempo 60 für den Fledermaus-Schutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Trasse soll gerichtsfest geplant werden / Landesregierung prüft Erhalt der ursprünglichen Pläne

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 15:24 Uhr

Es geht langsam voran – nicht nur bei, sondern möglicherweise auch nach der Planung des Weiterbaus der Autobahn 20 bei Bad Segeberg. Ein Tempolimit könnte der Preis dafür sein, dass das Land die ursprünglich geplante Strecke doch noch bauen darf. Weil das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Herbst den Weiterbau bei Bad Segeberg untersagt hatte und einen besseren Fledermausschutz forderte, muss die Regierung nachbessern. „Fledermaussschutz und Autobahnbau schließen sich nicht aus“, sagte gestern Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) im Anschluss an eine Kabinettssitzung in der Kreisstadt. Das Land wolle eine Studie erstellen, um das Flugverhalten der Tiere zu prüfen – und man wolle einen stärkeren Dialog mit Umweltschützern. Ziel sei es, einen gerichtsfesten Plan für den Abschnitt zwischen Weede und Wittenborn zu bekommen. Möglicherweise könne das Konsequenzen für Fahrer auf der A 20 haben, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD): „Wenn ein Tempolimit von 60 oder 80 Stundenkilometern herrscht, finde ich das völlig in Ordnung.“ Der Naturschutzbund will erst die Studie abwarten. Geschäftsführer Ingo Ludwichowski sagte aber: „Möglicherweise reicht ein Tempolimit gar nicht aus.“

FDP und CDU kritisierten Meyer scharf. Niemand in Schleswig-Holstein habe Verständnis für die Beschränkung einer Autobahn auf 60 Stundenkilometer, sagte der CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp. ,,Wenn Verkehrsminister Meyer sagt, damit leben zu können, dann hat er das falsche Amt.“

Meyer sagte, bis 2014 solle es zu allen A 20-Abschnitten eine Beschlusslage geben. Alle möglichen A 20-Strecken würden ergebnisoffen geprüft, was das Gericht zur Auflage gemacht hatte. Die Regierung präferiere allerdings nach wie vor die Strecke, die das Gericht für unzureichend geplant hielt. „Alle anderen Varianten würden wesentlich länger dauern“, so Meyer. Für die Vorzugsstrecke rechnet er mit einem Planungszeitraum von zwei Jahren. Kommentar Seite 2

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