Archäologie-Schätze abgetaucht

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fju_maj_0203 von
11. März 2014, 12:19 Uhr

Archäologie-Schätze abgetaucht



12. März 1864: In Kopenhagen wird bekannt, dass die berühmte archäologische „Flensburger Sammlung“ aus dem Kriegsgebiet auf die dänische Hauptinsel Seeland fortgeschafft worden ist. Die Öffentlichkeit erfährt es durch die Zeitung „Berlingske Tidende“. Zurückgeblieben in Flensburg ist aufgrund seiner Größe allein das Nydam-Schiff aus dem vierten Jahrhundert nach Christus, das am besten erhaltene hochseetaugliche Schiff aus der Epoche der Germanen. Fast alle anderen 10 000 Funde hat der Gründer der Sammlung, der Däne Conrad Engelhardt, in Kisten zunächst nach Alsen bringen lassen. Von dort werden die Behälter, deklariert als Bücherkisten, nach Korsør auf Seeland transportiert. Sie enthalten Objekte vor allem aus der Bronze- und der Eisenzeit, die Engelhardt seit 1853 im Herzogtum Schleswig ausgegraben hat. Die meisten stammen aus dem Thorsberger Moor bei Süderbrarup in Angeln und dem Nydam-Moor nördlich von Düppel in der Landschaft Sundewitt – beides einst heidnische Kultstätten. Es handelt sich um die mit Abstand größte dänische Sammlung frühgeschichtlicher Altertümer außerhalb Kopenhagens. Engelhardt ist der einzige dänische Archäologe, der regelmäßig jedes Jahr systematisch ausgräbt. Im Friedensvertrag von Wien, der im Herbst 1864 den Krieg abschließt, wird Dänemark verpflichtet, das Schicksal der verschwundenen Sammlung aufzuklären. 1868 liefert es die meisten Funde an Preußen aus. Ein kleinerer Teil bleibt, nachträglich umgedeutet in Privateigentum des Königshauses, in Kopenhagen.

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