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Statistik : Arbeitslosigkeit steigt im Dezember leicht an

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2013 war kein rundum gutes Jahr für den Arbeitsmarkt in SH. Im Vergleich zum Dezember 2012 wie auch im Jahresdurchschnitt waren mehr Menschen ohne festen Job. Doch 2014 soll es besser werden.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 12:04 Uhr

Kiel | Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist im Dezember gestiegen. Insgesamt hatten im letzten Monat des vergangenen Jahres 102.800 Menschen keinen festen Job, wie die Agentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Das waren rund 4000 mehr als im November 2013. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent.

Allerdings waren auch im Vergleich zum Dezember 2012 mehr Menschen ohne festen Job. Für das neue Jahr rechnet die Arbeitsagentur dennoch mit einer insgesamt positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Norden.

Bei den Kreisen hatte im Dezember Stormarn mit 4,1 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 8,0 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Bei den kreisfreien Städten verzeichnete Kiel die niedrigste Quote (10,3 Prozent), Neumünster die höchste (10,8 Prozent).

Speziell in touristisch geprägten Regionen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember wie stets zum Jahresende überproportional gestiegen - im Kreis Nordfriesland etwa um 13,7 Prozent und in Ostholstein um 11,1 Prozent. Daher sei der Anstieg nicht beunruhigend, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann.

Sie betonte aber auch, dass die insgesamt verhaltene konjunkturelle Dynamik im Jahr 2013 leichte Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen habe. Dies zeige nicht nur der Zuwachs um 4400 Arbeitslose (+4,5 Prozent) im Vergleich der Dezembermonate 2012/13. „Auch im Jahresdurchschnitt ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich der Jahre 2012 und 2013 um 1,7 Prozent leicht gestiegen - von 100.000 auf 101.700.“ 

Doch es gibt auch Positives zu berichten: So ist die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten im Vorjahresvergleich nach aktuellsten Daten von Oktober um 9900 (+ 1,1 Prozent) auf 884.500 gestiegen. Für das laufende Jahr rechnet Haupt-Koopmann damit, dass sich 2014 im Jahresdurchschnitt die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2013 um rund 1500 verringern könne. Zuversichtlich stimmten sie unter anderem beim Thema Arbeitskräftenachfrage die bisherigen regionalen und überregionalen Konjunkturprognosen für das laufende Jahr. Sie gehe davon aus, „dass sich der Arbeitskräftebedarf in den kommenden Monaten verstärken und damit auch die Zahl der bei uns gemeldeten offenen Stellen spürbar wachsen wird“.

Zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein sollen nach den Worten von Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) auch gezielte Angebote des neuen Arbeitsmarktprogramms der Landesregierung beitragen. Denn diese hätten es als eine von mehreren Gruppen besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 

Auch deutschlandweit sind im Dezember etwas mehr Menschen arbeitslos gewesen als im Monat zuvor. Mit einem Zuwachs um 67.000 auf 2,873 Millionen sei das Plus aber schwächer ausgefallen als in den vorangegangenen Jahren. Im Dezember legte die Arbeitslosenquote im Vergleich zum November um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent zu. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosenzahl jedoch um 15.000 auf 2,965 Millionen ab, die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Kennzahl ging im Westen um 5000 und im Osten um 10.000 zurück.

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Dezember 33.000 Menschen mehr auf Jobsuche. Damit waren im Gesamtjahr 2013 im Schnitt 2,95 Millionen Männer und Frauen in Deutschland arbeitslos. Das sind 53.000 mehr als 2012. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,9 Prozent.

Zuletzt hatten die Betriebe den Arbeitsagenturen 414.000 offene Stellen gemeldet, nur 6000 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind derzeit Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie im Verkauf, Verkehr und in der Logistik. Auch in den Gesundheitsberufen sind viele Stellen offen.

 
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