zur Navigation springen

Statistik : Arbeitslosigkeit im Januar weiter gestiegen

vom

Zu Jahresbeginn offenbart der Arbeitsmarkt auch in Schleswig-Holstein saisontypische Schwäche. Der Anstieg fällt dank des milden Winters der vergangenen Wochen aber weniger stark aus als in den Vorjahren.

Kiel | Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist zu Jahresbeginn gestiegen. Insgesamt hatten im Januar 111.700 Menschen keinen festen Job, wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Das waren rund 8800 mehr als noch im Dezember 2013. Dies ist jedoch die geringste Zunahme in einem Januar seit 2008. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,5 Prozent. Im Dezember hatte sie noch 6,9 Prozent betragen.

Für das laufende Jahr zeigte sich die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, deshalb „verhalten optimistisch“. Der Anstieg im Januar sei jahreszeitlich typisch. „Erfreulich ist, dass der Zuwachs aufgrund des milden Winters deutlich geringer ausgefallen ist als in den Vorjahren.“ Zwar seien in den Tourismusregionen sowie im Wohnungs-, Straßen- und Gartenbau aktuell mehr Menschen ohne Job. „Doch die Daten zeigen auch: Der bisher milde Winter bremst den Anstieg der Arbeitslosigkeit.“  Als positives Signal wertete Haupt-Koopmann die angestiegene Zahl freier Stellen im Land. Im Januar wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern 4400 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 479 oder 12,2 Prozent mehr als im Dezember und sogar 681 oder 18,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

Bei den Kreisen hatte im Januar Stormarn mit 4,4 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 8,8 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Bei den kreisfreien Städten verzeichnete Kiel mit 10,8 Prozent die niedrigste und Neumünster mit 11,7 Prozent die höchste Quote. Haupt-Koopmann zeigte sich für die kommenden Monate zuversichtlich. Im Januar seien steigende Arbeitslosenzahlen wenig überraschend. „Ich gehe allerdings davon aus, dass wir bereits im übernächsten Monat bei normalen Witterungsverhältnissen – anlässlich der Bekanntgabe der März-Zahlen – einen Abbau der Arbeitslosigkeit melden können.“ 

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) wies auf die deutlich gestiegene Zahl der Arbeitslosen unter den Älteren hin. Die Älteren würden „zu Unrecht als schwerer vermittelbar auf dem Arbeitsmarkt gelten, denn gerade diese Gruppe weist die meiste Erfahrung auf“, sagte Meyer.

 
zur Startseite

von
erstellt am 30.Jan.2014 | 10:13 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen