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An Wasserstraßen geblitzt und auf Radwege verpflichtet

vom

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 01:14 Uhr

An der Alster rasen sie wie bekloppt. Mit 10 bis 15 Stunden-Kilometer ziehen sie an den gemütlich dahintrottenden Spaziergängern vorbei, und dann BLING. Geblitzt. Und das Schlimmste: Das war auch noch provoziert. An der Alster wird seit Neustem geblitzt, die Raser sofort im Internet veröffentlicht. Doch alles ganz freiwillig. Statt eines unscharfen Schwarz-Weiß-Fotos mit angeschlossenem Überweisungsvordruck gibt es einen Platz auf der alsterrunning.de-Bestenliste. Sechs Blitzeranlagen rund um die Alster messen die Geschwindigkeit der Jogger. Wer mitmachen will, braucht dafür nur einen kleinen Chip, der am Schuh befestigt wird. Kosten: so viel wie ein Strafzettel über 20 Stundenkilometer zu schnell außerhalb geschlossener Ortschaft. Danach kanns losgehen, äh, -laufen. Blitzen im Akkord. Mehr als 1000 Läufer lassen sich inzwischen schon blitzen. Die Topzeit für die 7,3 Kilometer wunderschönste Laufstrecke liegt derz eit bei 26 Minuten. Je schneller, desto besser. Und auf einmal lässt sich in Hamburg stolz sagen: Ich wurde geblitzt. Fahrradfahren ist toll. Ich bin draußen an der frischen Luft, kann Staus einfach umfahren, an den Tankstellen laut lachend vorbeiradeln und nebenbei tue ich auch noch etwas für meine Gesundheit. Das weiß auc h die Stadt Hamburg. Seit 2004 gibt es die Aktion "schon gecheckt". Anfangs ging es dabei um das sichere Fahrrad, jetzt liegt der Fokus auf Sicherheit im Straßenverkehr. Kernthema: die Radwegebenutzungspflicht. Das klingt so sexy und nach Behörde, dass klar ist: Das Thema müssen wir den Radfahrern genauer erklären. Laufen soll das über eine großangelegte Kampagne, in der unter anderem erklärt wird, dass Radfahren auf der Straße erlaubt und auch gewollt ist. Allerdings müssen sowohl Zwei- als auch Vierradfahrer dabei ein paar Regeln beachten, wie Sicherheitsabstand halten, damit sie "Mit Abstand besser ans Ziel kommen", wie es auf vielen Plakaten in Hamburg jetzt wortspielerisch heißt. Das mit dem Abstand nimmt die Stadt Hamburg aber anscheinend selber nicht so ernst, denn manches der Plakate mutiert zum echten Hindernis: Es steht mitten auf dem Fahrradweg. Er ist der neue Star im Hamburger Rathaus. Im stylischen blau-weißen Einteiler präsentierte sich der Hamburger Jung Anfang der Woche in seinem zweiten Kinderzimmer, dem Hamburger Rathaus: Johann Jacob, 3110 Gramm schwer, 49 Zentimeter groß, elf Tage alt. Seine Mama Carola Veit ist als Bürgerschaftspräsidentin die höchste Repräsentantin der Bürgerschaft, vertritt das Parlament und die Freie und Hansestadt Hamburg in der Öffentlichkeit. Mit in der Öffentlichkeit: Johann Jacob. Nur sechs Tage nach der Entbindung brachte die Bürgerschaftspräsidentin ihren Nachwuchs einfach mit. Montag der Besuch vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl, Dienstag Antrittsbesuch des Kommandanten der "Gorch Fock", Mittwoch 90-minütiger Besuch mit Grußwort an Bord des Schulschiffs. Kein Problem für Johann Jacob. Veit Junior hing so lange einfach ein bisschen in seinem Babysitz ab. Chillen im Hafen.

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