Acht Grad Raumtemperatur: Schmerzgrenze erreicht

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18. Januar 2013, 01:14 Uhr

Eutin | Gestern habe ich bei dem Selbstversuch erstmals eine Schmerzgrenze erreicht: Bei acht Grad saß ich in der Küche und wollte ein Buch lesen. Beim guten Willen blieb es dann auch, denn ich zitterte am ganzen Körper als hätte ich heftigen Schüttelfrost. Krank bin ich zum Glück (noch) nicht. Mir war trotz meiner drei Schichten Kleidung am Körper einfach nur kalt. Streng genommen froren nur die Füße und die Beine, doch die Kälte kroch nach und nach durch die Hose hoch in den Oberkörper.

Auf einmal war mir völlig egal, dass ich mein Handy, meinen Laptop und meinen Fernseher nicht benutzen kann. Mich interessierte auch nicht mehr, dass meine Lampen in der Wohnung nicht funktionieren und ich seit zwei Tagen nichts Warmes gegessen habe. Der Organismus schrie instinktiv nur noch nach Wärme, die er aber nicht bekam. Das Alarmsignal, welches mein Gehirn ausstrahlt, wenn die menschlichen Grundbedürfnisse nicht vollständig befriedigt werden, ist kaum in Worten fassbar. In diesem Moment kamen mir die ersten Zweifel an der Fortsetzung des Experiments - und das schon in der Anfangsphase des Selbstversuches. Ich versuchte die Zweifel beiseite zu schieben, indem ich mir vor Augen führte, dass zahlreiche Menschen über einen längeren Zeitraum in einem mindestens genauso unerträglichen Zustand leben müssen. Das half mir in diesem Augenblick ein wenig. Warm wurde mir dadurch aber nicht.

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