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35 500 Langzeitarbeitslose in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Minister Meyer will mit gezielten Hilfen aus dem EU-Arbeitsmarktförderungsprogramm gegensteuern

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Schleswig-Holstein steigt – fast 35 500 Personen waren Ende Dezember ein Jahr oder länger ohne Job. Das waren nach Berechnungen der Arbeitsagentur 15,7 Prozent mehr als im selben Vorjahresmonat.

Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) will die Zahl nicht stehen lassen. „Gezielte Hilfen“ aus dem mit EU-Mitteln gespeisten Arbeitsmarktförderungsprogramm kündigte Meyer gestern in Kiel an. Ziel sei es, die in der Vergangenheit erreichte Vermittlungsquote von 50 Prozent für diesen Personenkreis noch zu übertreffen.

Meyer reagierte damit auf die jüngsten Dezember-Daten der Arbeitsagentur für Schleswig-Holstein. Danach stieg zugleich die Zahl der älteren Arbeitslosen – um 1200 oder 4,1 Prozent auf knapp 32 000. Ähnlich die Entwicklung bei Jugendlichen unter 25 Jahre; die Zahl der arbeitslosen hier stiegt um 4,1 Prozent auf fast 10 400.

Insgesamt hatten im letzten Monat des vergangenen Jahres 102 800 Menschen keinen festen Job. Das waren rund 4000 mehr als im November 2013. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent. Im Jahresvergleich stieg die Quote. Allerdings waren auch im Vergleich zum Dezember 2012 mehr Menschen ohne festen Job.

Regional liegen die Arbeitslosenquoten der Kreise und kreisfreien Städte im langjährigen Trend. Die höchsten Quoten gibt es mit jeweils über zehn Prozent in den kreisfreien Städten. Positives Schlusslicht war der Stormarn mit 4,1 Prozent. Auch in den anderen Kreisen des Hamburger Umlands lag die Arbeitslosenquote jeweils unter dem Landesdurchschnitt. Dithmarschen kam unter den elf Landkreisen mit acht Prozent auf die höchste Arbeitslosenquote.

Überproportionale Zuwächse mit 13,7 Prozent (Nordfriesland) und 11,1 Prozent (Ostholstein) verzeichneten touristisch geprägte Regionen. Daher sei der Anstieg nicht beunruhigend, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. Allerdings habe auch die insgesamt verhaltene konjunkturelle Dynamik im Jahr 2013 leichte Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Positiv jedoch: Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich nach aktuellsten Daten von Oktober um 9900 (+1,1 Prozent) auf 884 500.

Für das laufende Jahr rechnet Haupt-Koopmann damit, dass sich 2014 im Jahresdurchschnitt die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2013 um rund 1500 verringern könne. Zuversichtlich stimmten sie unter anderem beim Thema Arbeitskräftenachfrage die bisherigen regionalen und überregionalen Konjunkturprognosen für das laufende Jahr. Die Chefin der Regionaldirektion geht davon aus, „dass sich der Arbeitskräftebedarf in den kommenden Monaten verstärken und damit auch die Zahl der bei uns gemeldeten offenen Stellen spürbar wachsen wird“.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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