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160 Kameras sollen Universitäten sichern

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shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kiel | Über 160 Über-wachungs kameras an Schleswig-Holsteins Hochschulen machen Dieben und Einbrechen das Leben schwer. Weil zeitweise funkelnagelneue Computer schon nach einer Woche geklaut waren, wurde vor allem in Kiel schwer aufgerüstet. Spitzenreiter ist die FH Kiel, die mit 78 Kameras Flure, Treppenhäuser und Außenanlagen überwacht, weil sich "aus der Nähe zum Hafen und durch die offene Anlage des Campus" eine besondere Gefährdung ergebe. An der Kieler Uni sind 28 Kameras installiert an der Flensburger Uni sieben und an der FH16.

Die Fraktion der Piraten die Zahlen und Fakten in einer kleinen Anfrage an die Landesregierung ans Licht brachte, findet, das ist des Guten zu viel. "Aus meiner Sicht ist die Überwachungspraxis rechtswidrig", sagte Ex-Fraktionschef Patrik Breyer. Laut Erlass des Bildungs ministeriums könne Videoüberwachung nur zum Einsatz kommen, wenn es "wiederholt und in kurzen Abständen zu Beschädigungen oder Eigentumsdelikten" kommt, deren Täter "nur in den seltensten Fällen durch die Polizei zu ermitteln" sind. Das habe jedoch keine Hochschulen nachgewiesen. Sein Verdacht: "In vielen Fällen wird rein vorsorglich überwacht". Was den Piraten besonders ärgert: "Die Hochschulen hamstern die Überwachungsbänder bis zu sechs Monate lang", obwohl nur sieben Tage erlaubt sind. Spitzenreiter sind hier die FH Lübeck und die Musikhochschule in der Travestadt.

Breyer bezweifelt zudem die von der Landesregierung beschriebenen Erfolge. "Die Kosten der anlasslosen Überwachung stehen in keinem Verhältnis zu dem behaupteten Nutzen. Die durch den Abbau der Kameras eingesparten Mittel sollten für Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt werden, deren Wirksamkeit erwiesen ist, beispielsweise mehr Personal oder eine bessere Beleuchtung", sagte Breyer. Zugleich pochte er auf ein baldiges Ende des "Überwachungswildwuchses an unseren Hochschulen".

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