Jahresbilanz zur Firmenansiedlung : 157 neue Betriebe sorgen für frischen Wind in SH

Arbeiter errichten in Kiel aus Fertigteilen eine neue Fabrikhalle. Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung beurteilt die Konjunkturaussichten für das Jahr 2014 und die Ansiedlungspolitik des Landes für neue Firmen als positiv.
Arbeiter errichten in Kiel aus Fertigteilen eine neue Fabrikhalle. Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung beurteilt die Konjunkturaussichten für das Jahr 2014 und die Ansiedlunsgpolitik des Landes für neue Firmen als positiv.

Kleine und mittelständische Firmen spielten 2013 eine größere Rolle als im Vorjahr. Der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein kehrt nach dem Rekordjahr 2012 zur wirtschaftlichen Normalität zurück. Mit der Fachkräfteinitiative und der neuen Dachmarke „Der echte Norden“ sieht Wirtschaftsminister Meyer das Land für die Zukunft gut aufgestellt.

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05. März 2014, 12:30 Uhr

Kiel | Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Landes, der Kreise und kreisfreien Städte haben 2013 erneut ein solides Ansiedlungsergebnis erzielt: Insgesamt wurden 157 neue Unternehmen mit 1628 Arbeitsplätzen für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein gewonnen. Das Ergebnis stellten Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Bernd Bösche, gemeinsam mit Norbert Leinius von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH am Mittwochmittag vor.

Bei den Ansiedlungen im Jahr 2013 spielten nach den Worten von Meyer die kleinen und mittelständischen Unternehmen eine weitaus größere Rolle als im Vorjahr. „Das Ansiedlungsergebnis ist ein Abbild der mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur in Schleswig-Holstein: Rund drei Viertel der angesiedelten Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. Die Größe des Unternehmens ist nicht entscheidend für die Arbeitsplatzqualität“, so der Minister. Vielmehr seien es insbesondere die kleineren und mittleren Unternehmen, die nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und in Untersuchungen zu Arbeitsbedingungen positiv abschneiden. „Solche qualitativ hochwertigen Arbeitsplätze im soliden Mittelstand sind nach wie vor der Schlüssel für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft“, sagte Meyer.

Im Vergleich zum Rekordjahr 2012 mit 190 angesiedelten Unternehmen und 2800 Arbeitsplätzen zeige das Ansiedlungsergebnis ebenfalls die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität. In diesem Zusammenhang betonte WTSH-Geschäftsführer Bösche, dass die Ansiedlung von Unternehmen ein extrem konjunkturabhängiges Geschäft sei: „Wenn die Wirtschaft brummt, haben viele Unternehmen ein Interesse am Aufbau zusätzlicher Standorte. In wirtschaftlich verhaltenen Jahren wie 2013 bewegt sich dagegen deutlich weniger.“

Besonders positiv ist die Entwicklung der Ansiedlungszahlen im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Zahl der Arbeitsplätze um knapp das Dreifache von 125 im Jahr 2012 auf 355 in 2013 gesteigert. „Die Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein verfügt über enorme Wachstumspotenziale“, sagte Meyer. Mit derzeit 180.000 Beschäftigten habe sie sich eine bundesweite Spitzenposition erarbeitet. Die Ansiedlungsbilanz zeige zudem, dass Schleswig-Holstein als Standort für die Gesundheitswirtschaft immer stärker wahrgenommen werde und sie der größte Arbeitgeber im Land ist. Jeder fünfte Arbeitsplatz im Land befindet sich in den mehr als 9.000 Betrieben.

Bei Ansiedlungen aus dem Ausland entschieden sich letztes Jahr 13 Unternehmen für Schleswig-Holstein, im Vorjahr waren es 18 Firmen. Die damit verbundenen 166 Arbeitsplätze entsprechen zehn Prozent der Gesamtarbeitsplätze, im Vorjahr waren es sechs Prozent. Sieben der Unternehmen kommen  aus China, drei aus Dänemark und jeweils ein Unternehmen aus der Türkei, Großbritannien und der Schweiz. „Mittelfristig gehen wir von einer Fortsetzung des positiven Trends bei den Auslandsansiedlungen aus“, sagte Bösche.

Eine Steigerung um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt sich hinsichtlich der Unternehmensansiedlungen aus Hamburg. 2013 kamen 23 Firmen von der Elbe nach Schleswig-Holstein, im Vorjahr waren es 17. Wurden 2013 noch 26 Arbeitsplätze pro Unternehmen geschaffen, waren es im Vorjahr 68. Dieser besonders hohe Vorjahreswert ist auf die Ansiedlung des Unternehmens „Tesa“ in Norderstedt mit 850 Arbeitsplätzen zurückzuführen. „Das Ansiedlungsergebnis zeigt, dass die Anziehungskraft Schleswig-Holsteins gegenüber Hamburger Firmen hoch ist und der Trend zur Stadt-Umland-Wanderung der Unternehmen zu Gunsten des angrenzenden Raumes stattfindet,“ so Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH, „die Wirtschaft denkt nicht in Landesgrenzen.“

Die Anforderungen an die Metropolregion seien laut Leinius zu groß geworden, als dass die Stadt Hamburg oder die benachbarten Räume sie alleine bewältigen könnten. „Doch Konkurrenz einzelner Standorte macht im Zeitalter der Globalisierung keinen Sinn, es geht vielmehr um einen Wettbewerb von Standorträumen, das heißt von Regionen – kleinräumige Verwaltungsgrenzen spielen da keine Rolle mehr“, so Leinius weiter.

Laut Ansiedlungsstatistik stammen zwei Drittel der neu angesiedelten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor (2012: 63 Prozent), 23 Prozent sind dem Handel (2012: 24 Prozent) und elf Prozent dem produzierenden Gewerbe (2012:13 Prozent) zuzurechnen. Damit weichen diese Zahlen kaum von den Vorjahreszahlen ab.

 „Ich bin sicher“, so Meyer, „dass wir mit unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, unserer neuen Dachmarke „Der echte Norden“ sowie mit unserer Fachkräfteinitiative gut aufgestellt sind und auch zukünftig das Interesse großer und kleiner Unternehmen aus dem In- und Ausland wecken werden.“

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