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Uni-Start : 11.000 Erstsemester drängen an die Hochschulen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Volle Hörsäle und endlose WG-Suche: Der Zustrom an den Unis in SH ist ungebrochen - unter anderem weil ein doppelter Jahrgang aus NRW an die Hochschulen drängt.

Kiel/Flensburg | Die meisten Hochschulen verzeichnen abermals mehr Studienanfänger. Allein die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) meldete zum gestrigen Beginn des Wintersemesters 4861 neue Studierende. Das sind fast 300 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt besuchen damit jetzt 24.300 angehende Akademiker Vorlesungen an der mit Abstand größten Uni des Landes. Das sind knapp 200 mehr als im Vorjahr. Beliebteste Fächer der Neulinge sind Deutsch (400 Neueinschreibungen), Jura (351) und Agrarwissenschaften (331).

CAU-Sprecher Sebastian Maas führt den ungebrochenen Boom unter anderem auf den doppelten Abi-Jahrgang im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen. Erstmals wurde dort ein Abi-Jahrgang durch die Umstellung des Schulsystems nach zwölf Jahren fertig, während zugleich noch Absolventen aus auslaufenden 13-jährigen Ausbildungsgängen „ausgespuckt“ werden.

Die Uni Flensburg begrüßt mit 1555 Erstsemestern zwar 122 weniger als im letzten Wintersemester – die Zahl der Studierenden insgesamt liegt dort dennoch mit 4770 auf einem Rekordhoch. Zuwächse gab es vor allem in den Studiengängen Deutsch, Biologie sowie Gesundheit und Ernährung. Kanzler Frank Kupfer rechnet – nach einem leichten Abflachen – mit einem weiteren Anstieg erst wieder ab 2016. Dann nehmen die doppelten Abiturjahrgänge aus Schleswig-Holstein ihr Studium auf.


635 Studienanfänger und damit ein Plus von drei Prozent bescheren der Uni Lübeck ein bisheriges Erstsemester-Maximum. Erstmals dabei sind auch 41 Studenten, die im neuen Studiengang Psychologie beginnen. Damit lernen an der Uni jetzt insgesamt 3473 Bildungshungrige. Sprecher Rüdiger Labahn führt den Spitzenwert auf das größere Studienangebot zurück. „Wir planen noch einen Studiengang in Pflegewissenschaften. Die Ausweitung wird also weitergehen.“

Die Fachhochschule (FH) Flensburg bewegt sich bereits seit drei Jahren auf dem Niveau von 4000 Studierenden. Neu eingeschrieben haben sich 1001 junge Männer und Frauen. Die FH Westküste in Heide begrüßt mit 518 Erstsemestern so viele wie noch nie (Vorjahr: 503). Die Gesamtzahl der Studierenden legte von 1457 auf 1508 zu. Die Beliebtheits-Hitparade führen Wirtschaftspsychologie und internationales Tourismus-Management an. An der FH Kiel steigt die Zahl der Absolventen durch 1263 Einschreiber auf 6878. Kontinuierlich mehr Lernwillige registriert die FH Lübeck. 4300 statt vor einem Jahr 3200 studieren jetzt dort.

Kehrseite des Zustroms: Das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden verschlechtert sich weiter – und ist an den schleswig-holsteinischen Fachhochschulen schon mit Abstand das ungünstigste in Deutschland, wie der Kieler FH-Präsident Udo Berr unter Verweis auf das Statistische Bundesamt feststellt. Auf eine Lehrperson kommen im Norden 38,6 Studierende. Im Bundesschnitt sind es gerade mal 23,7. Bei den Unis liegt Schleswig-Holstein mit 17,6 nah am Bundes-Mittel von 17,9. Die Uni Flensburg sieht diese „theoretische Kennzahl nach Köpfen“ als „Zeichen der Unterfinanzierung“, so Kanzler Kupfer. Die Realität werde durch mehr Lehrverpflichtungen für Dozenten gelindert: mit neun statt wie in Kiel und Lübeck sechs Semesterwochenstunden.

 

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erstellt am 22.Okt.2013 | 00:37 Uhr

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