Meierei Hürup : Meierei Hürup mit angeschlossenem Wasserwerk

Mitten im Dorf: Die Meierei Hürup in den ersten Jahren. Foto: sh:z
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Mitten im Dorf: Die Meierei Hürup in den ersten Jahren. Foto: sh:z

Bevor die Gründung der Genossenschaft 1887 erfolgte, war die Meierei in privatem Besitz.

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26. Juli 2011, 11:24 Uhr

Hürup | Bevor die Gründung der Genossenschaft 1887 erfolgte, war die Meierei in privatem Besitz. Der Flensburger Goldschmied Beyreis kaufte in Hürup das Grundstück und erbaute darauf eine Büttenmeierei. Nach vier Jahren ging die Meierei in Konkurs. Danach hat die Hamburger Firma Lottrott den Betrieb erworben. Der Leiter Römer übernahm diese in Pacht und produzierte Butter und Käse, und er betrieb eine Schweinemast. Der Schweinestall brannte 1880 ab. Nach Römer pachtete ein Flensburger die Meierei. Die Landwirte waren mit den Leistungen nicht mehr zufrieden. Nach mehreren Versammlungen einigte man sich auf die Gründung der Genossenschaft und kaufte die Meierei.
Nach Übernahme der Meierei brachte die Genossenschaft den Betrieb auf den aktuellen technischen Stand. Die Rahmgewinnung durch Aufrahmung in Bütten wurde abgeschafft, stattdessen eine "Alfa"-Zentrifuge eingesetzt, die bedeutend wirtschaftlicher Sahne (Rahm) herstellte. Zusätzlich ist eine 10-PS starke Dampfmaschine und wenig später auch eine Pasteurisierungsanlage angeschafft worden. 1910 wurde auch in der Hüruper Meierei eine Badeanstalt errichtet, die jedoch 1920 wieder dicht machte. Auch 1920 erfolgte die Umstellung auf Elektrizität. Die Dampfmaschine hatte ausgedient, aber der Antrieb der Maschinen erfolgte weiterhin durch die über Riemen (Transmission).
1935 wurde der Eiskeller entfernt und dort eine Kühlmaschine installiert. 7 Landwirte der Genossenschaft Maasbüll kamen nach Auflösung der Meierei 1927 nach Hürup, 1935 kamen 3 weitere Bauern nach der Schließung der Meierei Tastrup dazu. Durch die gestiegene Milchverarbeitungsmenge stieg der Wasserbedarf, so dass ein neuer Brunnen gebohrt werden musste. In 70 Meter Tiefe stießen die Fachleute auf wasserführende Schicht. Der Brunnen wurde 1950 bei einer Reparatur der Kolbenpumpe zerstört. Erst nach drei Monaten fand sich 133 m Tiefe eine ergiebige Wasserader, die den Bedarf ausreichend deckte. In der Zwischenzeit hatte man sich mit einer provisorischen Lösung beholfen. In den folgenden Jahren wurden die Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. Anfang 1960 wurde das Wasser in der Gemeinde Hürup immer knapper. Nachdem die Schule kein Wasser mehr zur Verfügung hatte, wurde eine Leitung von der Meierei zur Schule gelegt. Die Versorgung funktionierte, und so konnte der Meierist Paul Jensen ("Paul Meierist") seine Idee zur Wasserversorgung in Hürup, neben der Führung der Meierei, in die Tat umsetzen. 1963 gründete er mit gut 30 Mitgliedern die "Wassergenossenschaft Hürup". Auf dem Meiereigelände entstand für die Wasserversorgung ein zweiter Brunnen mit 182 m Tiefe. Die Wassergenossenschaft wurde für Paul Jensen ein Lebenswerk. Kaum ein Meierist in Schleswig-Holstein hat sich so für "seine" Ortsgemeinde eingesetzt, wie Paul Meierist. Für die Bauern und die Bewohner Hürups war er eine echte Bereicherung in den 17 Jahren seiner Meiereileiter-Tätigkeit und auch danach. Als erster Bürger Hürups wurde er "Ehrenpreisträger" für seine vielen ehrenamtlichen Engagements.
Die Fusionen in der Milchwirtschaft erreichte auch die Meiereigenossenschaft Hürup. Am 30. September 1966 wurde die Meierei geschlossen und von der Adelbyer Meierei in Flensburg übernommen. Die Milchverarbeitung 1966 belief sich auf 2,2 Mio. kg von 630 Kühen. Das Gebäude wurde 1967 an Peter Rosenbaum verkauft. Das Betriebsgebäude wurde umgebaut und in den Räumen entstanden Geschäfte.
(shz)

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