Lieferengpass für Antihistaminika : Medikamente gegen Heuschnupfen werden knapp

Drei Monate dauert es laut Hersteller, den Produktionsrückstand aufzuholen.
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Drei Monate dauert es laut Hersteller, den Produktionsrückstand aufzuholen.

350.000 Schleswig-Holsteiner leiden unter dem Pollenflug. Wegen des frühen Sommers werden Medikamente knapp.

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14. Juni 2018, 08:50 Uhr

Kiel | Da dürften Allergiker auch ohne Pollenflug eine laufende Nase und juckende Augen bekommen: Die Hersteller von Antihistaminika haben derzeit Lieferprobleme. Das geht aus Angaben der Apothekerkammer Schleswig-Holstein hervor, über die zuerst der NDR berichtet hat. In Schleswig-Holstein sind bis zu 350.000 Menschen von den Lieferengpässen betroffen.

Da der Frühsommer in diesem Jahr besonders warm war, haben sich auch die Pollen stark vermehrt – in ganz Europa. Die Nachfrage nach den üblichen Medikamenten gegen Heuschnupfen sei deshalb rapide angestiegen. Die Hersteller seien darauf nicht vorbereitet gewesen, heißt es. Drei Monate werde es voraussichtlich dauern, bis die Produktionsrückstände aufgeholt sind.

Patienten, die seit Jahren auf Medikamente setzen, die sie kennen, müssen jetzt auf alternative Präparate ausweichen. „Das habe ich in dieser Form, zumindest aktuell für diese Arzneistoffgruppe und auch dieses Krankheitsbild, noch nicht erlebt“, wird der Geschäftsführer der Apothekerkammer, Frank Jaschkowski im NDR zitiert. Bisher sei ein solcher Engpass nur von Grippemitteln und -impfstoffen bekannt, wenn eine Erkältungswelle über Deutschland rollt. Bei Heuschnupfen sei das neu.

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