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Verdacht der Überwachung von Kieler Journalisten : Lübecker Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

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Das Verfahren richtet sich gegen Unbekannt. Es geht unter anderem um den Verdacht des Ausspähens von Daten.

Lübeck/Kiel | Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, um den Verdacht der Überwachung von Journalisten durch die Landespolizei aufzuklären. Es gehe um den Verdacht einer Straftat nach dem Bundesdatenschutzgesetz und des Ausspähens von Daten, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Auslöser sind Berichte der „Kieler Nachrichten“, wonach beim Auto ihres Chefredakteurs Christian Longardt ein Funkwellen-Detektor zum Aufspüren von Peilsendern angeschlagen habe und der private Computer eines Polizeireporters gehackt worden sei.  

„Wir ermitteln in alle Richtungen und bedienen uns dabei der Amtshilfe eines externen Landeskriminalamtes“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst. Strafanzeigen der Zeitung lägen der Staatsanwaltschaft bislang nicht vor, sagte sie. Hintergrund der Berichterstattung der „Kieler Nachrichten“ ist eine Affäre um mögliche Aktenmanipulation und unterdrückte Beweismittel im Zuge von Ermittlungen gegen Rocker im Jahr 2010.

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) begrüßte das jetzt eingeleitete Ermittlungsverfahren. „Für das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere Landespolizei - und auch für unsere Polizistinnen und Polizisten selbst - ist es ganz wichtig, dass diese ungeheuerlichen Vorwürfe schnellstmöglich aus der Welt kommen“, sagte er. Bereits am Montag hatten Grote und die Polizeiführung vehement den Verdacht zurückgewiesen, die Polizei habe im Zuge der Rocker-Affäre Journalisten bespitzelt.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 18:04 Uhr

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