EHEC-Seuche : Lübecker Restaurant am Pranger

Versteht die Welt nicht mehr: Kartoffelkeller-Chef Joachim Berger. Foto: kröger
Versteht die Welt nicht mehr: Kartoffelkeller-Chef Joachim Berger. Foto: kröger

Für den "Kartoffelkeller" war Sonnabend ein schwarzer Tag. Nachdem bekannt wurde, dass sich möglicherweise 17 Frauen mit dem EHEC-Erreger infiziert haben.

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05. Juni 2011, 04:45 Uhr

Lübeck/Hamburg | Bei der Suche nach dem Infektionsherd der gefährlichen EHEC-Krankheitswelle ist der Lübecker "Kartoffelkeller" ins Zentrum der Ermittlungen gerückt. Zwar warnte das Kieler Verbraucherministerium gestern vor vorschnellen Schlüssen. "Wir haben keine heiße Spur", sagte Ministeriumssprecher Seyfert. Doch die Häufung von Erkrankungen bei Gästen, die das Restaurant in der Hansestadt aufgesucht haben, ist auffällig.
Nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" haben sich insgesamt 17 Patienten möglicherweise in der Gaststätte infiziert: Mehrere Teilnehmer einer dänischen Besuchergruppe, die zwischen dem 12. und 14. Mai im "Kartoffelkeller" speisten, erkrankten an dem Darmkeim. Acht Teilnehmerinnen einer 30-köpfigen Gewerkschaftsgruppe wurden mit EHEC infiziert, eine von ihnen verstarb. Weitere EHEC-Erkrankungen wurden von einer Geburtstagsgesellschaft gemeldet, die ebenfalls Mitte Mai in dem Lokal feierte.
Spur führt zum Hamburger Großmarkt
Vom "Kartoffelkeller" führt die Spur zum Hamburger Gemüse-Großmarkt. Wurden die Keime - inzwischen gibt es bundesweit rund 2500 Menschen, bei denen der Erreger vermutet wird oder bereits nachgewiesen wurde - von hier nach Lübeck geschleppt?
Entwarnung gab es unterdessen gestern mit Blick auf das Hamburger Hafenfest. Experten haben die Großveranstaltung als Auslöser der EHEC-Welle ausgeschlossen, hieß es im Rathaus.
(shz)

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