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Schleswig-Holstein

18. Dezember 2017 | 06:45 Uhr

"Lübeck verschenkt 350 000 Euro"

vom

Ein interner Bericht sorgt in der Verwaltung der Hansestadt für Aufsehen

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck | In der Bauverwaltung der Hansestadt ist das Personal knapp (wir berichteten mehrfach). Da dringende Aufgaben trotzdem erledigt werden müssen, vergibt die Stadtverwaltung die Arbeit an externe Firmen. Aber: Das kostet Lübeck rund 350 000 Euro mehr pro Jahr, als wenn eigene Mitarbeiter die Arbeit erledigen würden.

Beim städtischen Bereich Verkehr fehlen zwei Elektroniker, die sich zum Beispiel um Ampelschaltungen kümmern können. Die Bauverwaltung beantragte am 24. Juli 2012 die Wiederbesetzung der Stellen. Der Bürgermeister stoppte das Verfahren. Erst müsse die Wirtschaftlichkeit einer Fremdvergabe geprüft werden. Die würde laut Bauverwaltung 199 600 Euro pro Jahr kosten. Zwei eigene Mitarbeiter kosten 104 749 Euro im Jahr.

Die Liste ist lang: Es fehlen Gärtner, Steinsetzer, Mitarbeiter im Hafen- und Wasserbau und Sachbearbeiter. Die Bauverwaltung listet 16 Positionen auf und kommt auf Einsparungen von über 350 000 Euro im Jahr, wenn alle Stellen besetzt wären.

In der Summe sind die Folgekosten durch die Verzögerungen bei der Bauverwaltung noch nicht eingerechnet. So können längst überfällige Bauvorhaben nicht durchgeführt werden. Ein fehlender Schiffsführer für Schlutup und Travemünde sorgt dafür, dass Baustellen nicht mehr ausreichend bestückt werden können und das übrige Personal lange Wartezeiten hat. "Es ist mit erheblichen Ausgabeerhöhungen und Einnahmeverlusten zu rechnen", schreibt das Controlling der Lübecker Bauverwaltung. Noch schlechter sieht es bei den städtischen Gebäuden aus: "Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen können nicht durchgeführt werden."

Der Bericht wurde vergangene Woche den politisch Veranwortlichen in der Bürgerschaft zugestellt und umgehend vom öffentlichen in den nicht öffentlichen Teil des Finanz- und Personalausschusses geschoben.

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