Lübeck: Grünes Licht für 150-Millionen-Euro-Projekt

Bis zum Jahr 2018 soll am Rande der Lübecker Altstadt die Nördliche Wallhalbinsel umgebaut werden. Es entstehen Wohnungen, Geschäfte, kleine Gewerbebetriebe, eine neue Promenade und drei öffentliche Plätze. Foto: ill
Bis zum Jahr 2018 soll am Rande der Lübecker Altstadt die Nördliche Wallhalbinsel umgebaut werden. Es entstehen Wohnungen, Geschäfte, kleine Gewerbebetriebe, eine neue Promenade und drei öffentliche Plätze. Foto: ill

Etwa 100 000 Quadratmeter Wohn- und Geschäftsfläche sollen auf der Nördlichen Wallhalbinsel entstehen

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01. Oktober 2011, 08:20 Uhr

Lübeck | Nach langer Diskussion hat die Lübecker Bürgerschaft auf der jüngsten Sitzung den Weg für die Bebauung der Nördlichen Wallhalbinsel frei gemacht. Innerhalb von sieben Jahren sollen 450 Wohnungen, drei Plätze und ein Sportboothafen entstehen. Gerechnet wird mit Investitionen von 150 Millionen Euro. Zusammen mit den Media-Docks wird es rund 100 000 Quadratmeter Wohn- und Geschäftsfläche geben. Die städtische KWL wird das Projekt entwickeln.

Rund elf Millionen Euro sollen im Laufe der Zeit in die Erschließung investiert werden. Die Grundstücke sollen rund zwölf Millionen Euro erlösen. Entgegen der ursprünglichen Planung, dort nur hochpreisige Wohnungen zu schaffen, haben SPD, Grüne und Linke durchgesetzt, dass für eine soziale Durchmischung gesorgt werden soll. Das könnte allerdings zu geringeren Einnahmen bei den Grundstücksverkäufen führen.

CDU-Fraktionschef An-dreas Zander warnt vor einem finanziellen Desaster wie bei der Hamburger Elbphilharmonie. Die Kalkulation gehe nicht auf. Die jetzt geplante Erschließung über Jahre verteilt werde die potenziellen Käufer der Eigentumswohnungen abschrecken. "Wer will schon zehn Jahre auf einer Baustelle leben?"

Auch die geplante Fußgängerbrücke über den Hansahafen wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Andere Verkehrsprojekte wie die Brücke über den Stadtgraben seien dringender.

Bürgermeister Bernd Saxe und Bausenator Franz-Peter Boden nutzten die Sitzung der Bürgerschaft, um einigen vermeintlich drohenden Problemen entgegen zu treten. So gebe es eine schriftliche Zustimmung der Unesco zum Vorhaben, auch arbeite der benachbarte Gewerbebetrieb schon seit 14 Jahren nicht mehr nachts. Wirtschaftssenator Sven Schindler warb für Optimismus: Die Kalkulation sei sehr konservativ. Wenn es gut läuft, könne Lübeck mit einigen Millionen Euro mehr rechnen.

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