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Zugverkehr in Hamburg und SH : Lokführerstreik lähmt Bahnverkehr – Ansturm auf S-Bahnen

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Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL sorgt auch in Norddeutschland für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. In Hamburg sind auch die S-Bahnen betroffen. Im Berufsverkehr bilden sich Trauben Wartender an den Gleisen.

Hamburg | Der vielstündige Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat am Mittwoch in Norddeutschland den Zugverkehr stark ausgebremst. In der Millionenmetropole Hamburg mussten am Abend im Berufsverkehr die Menschen viel Geduld aufbringen. „Der Zugbetrieb in Schleswig-Holstein und Hamburg ist sehr übersichtlich geworden“, sagte eine Bahnsprecherin am Nachmittag. Etwa 80 Prozent der Zugbewegungen sind zum „Stillstand gekommen“, erklärte der Bezirksvorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Hartmut Petersen, am Abend. Auf allen Ebenen habe es eine große Streikbeteiligung der GDL-Mitglieder gegeben. Das befürchtete Chaos blieb aber aus.

In Hamburg bildeten sich allerdings im Berufsverkehr an den S-Bahnsteigen Menschentrauben - die S-Bahnen der Hauptlinien fuhren etwa im 20-Minuten-Takt - aber „immerhin, so kommen die Menschen nur mit größeren Abständen als gewohnt nach Hause“, meinte ein Bahnsprecher.Mit Streikbeginn um 14 Uhr hatten zahlreiche Lokführer die Arbeit eingestellt. Der Ausstand sollte bis 4 Uhr am Donnerstagmorgen dauern. Viele Reisende wichen auf Fernbusse, Taxen und Mietwagen aus. „Seit Dienstag verzeichnen wir zeitweise eine Verdopplung der Buchungseingänge“, sagte MeinFernbus-Geschäftsführer Torben Greve und kündigte an, zusätzliche Busse einzusetzen. „Wir haben deutlich mehr Fahrten als sonst“, sagte auch Thomas Lohse, Vorstand der Hansa Funktaxi.

Zu den Folgen für die Passagiere sagte GDL-Bezirksvorstand Petersen: „Das tut uns leid, lässt sich aber nicht verhindern.“ Petersen hatte am Mittag bei einer Kundgebung mit rund 20 Lokführern um Verständnis geworben. „Die Gehälter sind angesichts unserer Belastungen absolut unzureichend“, sagte Petersen vor dem Hamburger Hauptbahnhof, der mit 450.000 Gästen am Tag der am meisten frequentierte in Deutschland ist. Die Demonstranten hielten sich aber mit Rufen oder Forderungen zurück: „Wir wollen doch niemanden stören“, sagte ein Lokführer.

Das sahen einige Fahrgäste anders: „Eine kleine Gruppe von Egoisten legt ganz Deutschland lahm“, rief einer von ihnen verärgert.Auch in Lübeck und Kiel hatten die Servicekräfte der Bahn alle Hände voll zu tun. Sie wurden schon am Morgen von Reisenden bestürmt, nachdem mehrere Fahrten des Regionalverkehrs aufgrund eines Ersatzfahrplans derBahn früher als üblich geendet hatten. „Da ist der Arbeitgeber ein bisschen weit gesprungen, das war nicht in unserem Sinne“, sagte Petersen.

Hintergrund des Streiks ist ein Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn: Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit.

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erstellt am 15.Okt.2014 | 19:37 Uhr

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