zur Navigation springen

Elb-Link-Reederei : Lösungsansätze und Petition: Rettung in Sicht für Elbfähre Cuxhaven-Brunsbüttel

vom

Gespräche mit Vertretern der betroffenen Wirtschaftsministerien und der beiden Kommunen verliefen positiv.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 15:26 Uhr

Cuxhaven | Die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel soll gerettet werden. Erste Gespräche dazu seien positiv verlaufen, teilten am Mittwoch die Betreiber der Linie, die Elb-Link Fährgesellschaft mit. Es gebe erste Lösungsansätze, alle Beteiligten hätten sich für eine Fortführung der Verbindung ausgesprochen. An dem Gespräch waren Vertreter der Wirtschaftsministerien aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und der beiden Kommunen beteiligt.

Die Botschaft nach dem Runden Tisch: „Alle Beteiligten haben sich für eine Fortführung der Fährverbindung ausgesprochen.“ Das teilte Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann gestern mit. Einigkeit bestehe, dass eine neue Insolvenz vermieden werden solle.

Erst im Mai war die Linie nach einem Insolvenzverfahren wieder an den Start gegangen. Um langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, sei die Fährverbindung nur mit finanzstarken Investoren oder öffentlicher Förderung zu betreiben, hieß es zuletzt. Geschäftsführer Bernd Bässmann sprach am Montag von rund 14 Tagen, bevor die nächste Insolvenz für die Fährlinie ins Haus stehe. Die Zeit des Stillstands habe Elb-Link rund 350.000 Euro gekostet. Der bisherige Vertrag war Ende September ausgelaufen. Von einer Insolvenz wären bei der Reederei 45 Mitarbeiter betroffen. Die erhalten für diesen Monat auf jeden Fall noch ihren Lohn, so Bässmann.

Auch Christian Schulz, Sprecher der maltesischen Eignergesellschaft Shuttle Ferry Holdings Ltd., betont, eine Insolvenz sei nicht das Ziel. Kurzfristig allerdings werde der Betrieb nicht wieder aufgenommen werden. „Wir müssen einen neuen Chartervertrag haben. Das ist ganz einfach.“

Dabei allerdings, so Schulz, gehe es nicht darum Elb-Link auszupressen. Die Schiffseigner müssten die Finanzierung bedienen. Verlust einfahren sei nicht deren Ziel. „Wir müssen kostendeckend arbeiten.“ Das Gespräch am Dienstag habe durchaus einen  gangbaren Weg aufgezeigt. Darüber sei nun mit Elb-Link zu verhandeln. Eigentlich hätte das schon zum 30. September erledigt sein sollen. Schulz: „Wir haben schon viel Geduld gezeigt, in der ganzen Geschichte.“

Bernd Bässmann übt seinerseits Kritik. Die aus der Insolvenz der alten Elb-Link im Mai hervorgegangene Reederei habe zum Ziel gehabt, private Investoren an Bord zu holen. Zwei seien am Ende tatsächlich interessiert gewesen. Dann sei das Aus gekommen – ein Rückschlag 

Petition für die Elbfähre

Am Wochenende wurde eine Online-Petition an die beiden Landesregierungen in Kiel und Hannover gestartet. Diese Initiative ist aus einer Fan-Gruppe bei Facebook hervorgegangen. Bislang wurden dort eher Fotos von den Schiffen und den Überfahrten geteilt. Seitdem die neuerlichen Turbulenzen aufgetreten sind, rückt dort die Sorge um den Fortbestand des Unternehmens ins Blickfeld.

 

Die Petition der Cuxhavenerin Anja Möller zielt auf ein öffentliches Interesse an dieser Verbindung ab. „Wir erwarten, dass sich die zuständigen Ministerien der Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die Aufrechterhaltung dieser Fährverbindung einbringen (...) es sind funktionsfähige Anleger auf beiden Seiten vorhanden (...) die Nachfrage von Passagieren definitiv auch. Diese Verbindung ist sinnvoll und für beide Länder wichtig. Wir brauchen diese zusätzliche Route! Gerade für Cuxhaven!“ Bis zum 21. Dezember müssen 10.000 gültige Unterschriften bei Open Petition zusammenkommen, Montag waren es knapp zehn Prozent.

Fähre „Saaremaa“ ist bereit

Unterdessen wartet in Wewelsfleth die Besatzung der „Saaremaa“, die als Ersatz für die in einer Bremerhavener Werft befindliche „Grete“ fuhr, auf grünes Licht für den Weiterbetrieb. Acht Crew-Mitglieder sind nach Aussage der Reederei Conmar Shipping GmbH & Co KG in Jork derzeit an Bord. „Wenn einer sagt, morgen geht es los, dann kann die Saaremaa den Betrieb wieder aufnehmen“, sagt Geschäftsführer Marc Buchholz. Conmar ist verantwortlich für das technische und nautische Management der Fähren, zu denen auch die Grete sowie die seit kurzem in Kiel liegende Hiiumaa gehören.

Liegt einsatzbereit in Wewelsfleth: Die Saaremaa. Eine achtköpfige Besatzung hält – zumindest bis Monatsende – dort die  Stellung.  

Liegt einsatzbereit in Wewelsfleth: Die Saaremaa. Eine achtköpfige Besatzung hält – zumindest bis Monatsende – dort die  Stellung.  

Foto: Jörg Jahnke

Allerdings: Die Beschäftigungsverträge der Crew in Wewelsfleth mit den Schiffseignern liefen am Monatsende aus. Dann, so Buchholz, dürfte wohl ein Teil von ihnen die Kündigung bekommen. Die anderen werden als so genannte Aufliege-Besatzung weiterhin benötigt – vier Mitarbeiter.

Buchholz berichtet, dass die Grete in Bremerhaven Ende der Woche fertig sein soll. „Was dann passiert, wissen wird nicht“, sagt er. „Wir warten jetzt darauf, was uns der Eigner mitteilt, wie es mit der Grete weitergehen soll.“ Bei einer Einigung mit Elb-Link würde sie den Linienbetrieb zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven wieder aufnehmen können. Die jetzige Crew auf der Saaremaa würde dann dort eingesetzt werden.

(mit dpa)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen