Flensburger Highland Games Weltmeisterin : Leserwahl 2017: Sylvana Bomholt ist unsere Alternative Sportlerin des Jahres

<p>Hält den Baumstamm wie eine Trophäe: Sylvana Bomholt zeigt in ihrem Garten, wie das Cabertossing funktioniert. /Archiv</p>

Hält den Baumstamm wie eine Trophäe: Sylvana Bomholt zeigt in ihrem Garten, wie das Cabertossing funktioniert. /Archiv

„Powerfrau schmeißt Baumstämme“, hieß es im Sommer beim ZDF. 2017 hat die Flensburgerin Sylvana Bomholt national und international alles abgesahnt, was möglich ist. Nun kam noch ein kleiner Titel hinterher.

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03. Januar 2018, 17:54 Uhr

Flensburg | Sechs Tage lang durften die Leser von shz.de entscheiden, wem die Krone des alternativen Sportlers des Jahres 2017 gebürt. Bei der erstmaligen Kür ging es ausnahmeweise nicht um Fußball, sondern darum, Spitzenleistungen in Sportarten zu präsentieren, die im medialen Alltag wenig Beachtung finden. Gegen die Power und die internationale Bekanntheit von Highland-Game-Weltmeisterin Sylvana Bomholt aus Freienwill bei Flensburg hatten die nominierten Karatekas, Kart-Meister und Stacking-Weltmeister am Ende nicht viel auszurichten. Die Umfrage endete am 3. Januar mit Bomholt an der Spitze.

„Mehr geht einfach nicht“, kommentiert Bomholt ihr Sportjahr 2017 und freut sich, dass ihre Leistungen am Jahresende noch einmal geehrt werden. Die Angehörige der schottischen Kulturvereinigung „Clan Mackenzie Society“ gewann als Einzelwettkämpferin alle drei möglichen deutschen Meistertitel in beiden deutschen Highlandgames-Verbänden. Bei den Highland Games in Hafnarfjörður/Island holte sie zudem den Weltmeistertitel, dem sie gleichzeitig mit einem Weltrekord am Schottischen Hammer noch ein prächtiges Sahnehäubchen aufsetzte. Ihre sportliche Dominanz spricht eine sehr klare Sprache und so setzte sie sich auch im Leser-Voting mit 506 Stimmen recht deutlich vor dem lange führenden 18-jährigen Boßel-Jungstar Torge Meister (453 Stimmen) und der siebenjährigen Hundesschlitten-Weltmeisterin Leonie Tetzner mit Leithündin „Königin Elsa“ (60 Stimmen) durch.

Kann das Kraftpaket Bomholt das große Jahr ihrer Karriere noch toppen? „Das ist nicht möglich“, sagt sie. Als Sportlerin müsse das Ziel für das neue Jahr aber immer das Maximum sein. Das wäre selbstsprechend die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft, die 2018 in Stuttgart stattfindet. Überlegungen über neue Weltrekorde will sie derzeit nicht anstellen, denn das Wintertraining hat mit Wettkampfbedingungen derzeit noch nichts zu tun. „Wenn ich jetzt draußen einen Baumstamm werfe, kriegen die Leute in zehn Meter Entfernung noch den Schlamm ab“, scherzt die 44-Jährige. Eine Standortbestimmung für die derzeitige Form ist beim Studio-Training schwer. Gefeilt an Stärken und Schwächen werde aber immer.

Pfingstsamstag und Pfingstsonntag finden unter Bomholts Mitregie die „Northern Highland Games“ – neuer Name, neue Location – in Schleswig am Haferteich statt. Die Disziplinen: Steinstoßen, Baumstammziehen, Farmers Walk, Stones of Manhood, Fassrollen, Cabertoss. Dresscode: Kilt.

Es ist ein Einsteigerwettkampf, bei dem Interessierte einmal ausprobieren können, wie ein Baumstammüberschlagwurf (Cabertoss) gelingt – oder wie viel Kraft es bedarf, einen durchnässten Heusack über eine Hürde zu werfen. Die Kleinen dürfen auch gegeneinander antreten. Ein Schottenmarkt, Live-Musik mit Claymore, das Speisen von original schottischem Haggis und Whiskytastings bilden das Rahmenprogramm. Die von der „Clan Mackenzie Society of Germany“ organisierten Wettkämpfe locken Jahr für Jahr viele Tausende Menschen an die Schlei. Vorbild sind die schottischen Highland-Games, die aus der Zeit der keltischen Könige stammen. Es können maximal 20 Teams teilnehmen, die Anmeldung läuft. Aushängeschild Sylvana Bomholt und ihre Schleswiger Mannschaft werden sicher hart zu schlagen sein.

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