zur Navigation springen

Ergebnis der Landtagswahl 2017 in SH : Wahlforscher: CDU punktet bei Älteren, die SPD bei Jüngeren

vom

Die SPD hatte mit Torsten Albig einen „bedingt überzeugenden Kandidaten, Daniel Günther hingegen ein positives Image.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2017 | 20:59 Uhr

Kiel | Der Sieg der CDU in Schleswig-Holstein geht laut einer Wahlanalyse stark auf eine hohe Zustimmung bei ältereren Wählern und ein positives Image von Spitzenkandidat Daniel Günther zurück. Bei den über 60-Jährigen holte die CDU überdurchschnittliche 42 Prozent, wie die Forschungsgruppe Wahlen am Sonntagabend erläuterte. Die SPD kam bei den Älteren, die sich stark an der Wahl beteiligten, nur noch auf 29 Prozent. Insgesamt sei den meisten Wählern die Politik im Land wichtiger als die Bundespolitik gewesen. Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe es „sehr gute Noten“ gegeben, ihr Herausforderer Martin Schulz habe seiner Nord-SPD „kaum zusätzlichen Auftrieb“ verschafft.

Die Küstenkoalition von SPD, Grünen und SSW wurde abgewählt. Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Landtagswahl hervor.

Die SPD hatte in Ministerpräsident Torsten Albig einen „nur bedingt überzeugenden Kandidaten“, wie die Mannheimer Forscher erläuterten. Zwar hätten ihn demnach 43 Prozent gern als nächsten Regierungschef gehabt und Günther 37 Prozent. Beim Ansehen lag der Amtsinhaber auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 aber mit 1,6 knapp hinter seinem CDU-Herausforderer mit 1,7. Vor beiden lag allerdings mit 1,8 noch FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki, was ein in den Ländern seltenes Phänomen sei.

Inhaltlich wurde der CDU bei den wichtigsten Themen Bildung und Verkehr „sichtbar mehr zugetraut als der SPD“, heißt es in der Analyse. Auch bei Wirtschaft und neuen Jobs lag die CDU demnach vorn.

Als Gründe für das relativ schwache Abschneiden der AfD führten die Forscher „ein miserables Parteiimage“ und eine „mangelhafte Abgrenzung nach rechts außen“ an. Das Thema Flüchtlinge und Asyl habe konträr zum Bund nur eine Nebenrolle gespielt, zumal das Land nach Ansicht von 80 Prozent der Befragten Flüchtlinge verkraften könne.

Bei Jüngeren schneidet der Wahlsieger CDU unterdurchschnittlich ab. Bei den 16- bis 29-Jährigen lag die SPD mit 25 Prozent vorn, gefolgt von der CDU mit 23 Prozent und den Grünen mit 16 Prozent. Die FDP war laut Analyse mit 17 Prozent besonders stark unter Selbstständigen.

Die Koalitionsoptionen, die nach dem Ausgang noch möglich sind, stoßen bei den Wählern der Analyse zufolge auf wenig Begeisterung.

  • Ein Bündnis aus CDU und SPD fanden 38 Prozent gut und 44 Prozent schlecht.
  • Eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP beurteilten 35 Prozent positiv und 45 Prozent negativ.
  • Eine „Ampel“ aus SPD, Grünen und FDP fanden 25 Prozent gut und 48 Prozent schlecht.

Die Daten basieren laut Forschungsgruppe Wahlen auf telefonischen Befragungen von 1292 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Schleswig-Holstein sowie von 20.023 Wählern am Sonntag.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen