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Personalspekulationen zu Landtagswahl in SH : Torsten Albig in der Opposition und Robert Habeck wieder Schriftsteller?

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Ungewiss wie der Ausgang der Landtagswahl im Norden ist der weitere Karriereverlauf einiger Politiker. Ein Überblick.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2017 | 17:40 Uhr

Kiel | Torsten Albig (SPD) möchte nach der Landtagswahl am 7. Mai als Ministerpräsident in Kiel weitermachen, aber das muss trotz der erfolgverheißenden zwei letzten Umfragen ja nicht klappen. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) will ebenfalls auf seinem Posten bleiben, und auch dieser Plan kann scheitern. Die Ungewissheiten des Wahlausgangs öffnen auch Raum für Was-wäre-wenn-Personalspekulationen.

Das Ergebnis der Wahl in Schleswig-Holstein ist offen. Nach aktuellen Umfragen von infratest dimap könnte die Koalition aus SPD, Grünen und SSW am 7. Mai weiter auf eine Mehrheit hoffen. Die CDU gewänne drei Prozentpunkte hinzu und käme auf 30 Prozent. Die Grünen stehen laut Umfrage bei 12 (-2), die FDP unverändert bei 9 und die AfD weiter bei 7 Prozent. Der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite SSW kommt demnach auf 3 Prozent.

Torsten Albig (SPD)

Sollte er nicht wieder Regierungschef werden, gäbe es für den 53-Jährigen in Kiel zwei Perspektivlinien. Bliebe die Partei in der Opposition, hätte Albig einen Platz in der Fraktion. Dass er an deren Spitze Ralf Stegner verdrängen würde, erscheint ausgeschlossen. Käme es zu einer großen Koalition unter CDU-Führung, könnte für Albig der Posten des Innenministers in einer von Daniel Günther geführten Regierung infrage kommen - ungewöhnlich wie vielleicht reizvoll. Beide Konstellationen könnte aber auch alte Überlegungen nähren, mal etwas außerhalb der Politik zu machen, vielleicht im Ausland.

Robert Habeck (Grüne)

Er stünde mit leeren Händen da, sollten CDU und SPD gemeinsam regieren. Denn für den Landtag kandidiert der 47-Jährige nicht wieder. Dies hatte er im Zusammenhang mit seiner Bewerbung um die Spitzenkandidatur der Grünen zur Bundestagswahl so entschieden. Auch für den Bundestag tritt Habeck nicht an. Er hätte in Kiel ein Ministeramt sicher, wenn die Grünen eine Regierung mit SPD oder CDU bilden. Wenn das nicht klappt, könnte Habeck nach seinem knappen Scheitern im Rennen um die Bundestags-Spitzenkandidatur auf der Bundesebene landen - oder der Schriftsteller schreibt wieder Bücher.

Daniel Günther (CDU)

Dem CDU-Spitzenkandidaten droht ein Extra-Schreckensszenario für den Fall, dass er nicht Ministerpräsident wird: Sollte er seinen Wahlkreis Eckernförde an SPD-Fraktionsvize Serpil Midyatli verlieren und die CDU so viele Direktmandate holen, dass die Landesliste nicht „zieht“, bekäme der 43-Jährige keinen Sitz im Landtag. Dann könnte theoretisch Ex-Spitzenkandidat Ingbert Liebing Fraktionschef werden; immerhin die Nr. 2 auf der Landesliste. Aber als Favorit für den Posten gilt in dem Fall oder bei Günthers Wahl zum Regierungschef Finanzexperte Tobias Koch. In einer großen Koalition unter SPD-Führung würde Günther wohl statt Minister wieder Fraktionsvorsitzender werden - wenn er denn ins Parlament kommt.

Ingbert Liebing (CDU)

Er wollte Ministerpräsident werden, doch den Posten des Spitzenkandidaten und CDU-Landesvorsitzenden gab er im Herbst an Günther ab. Im Bundestag kann der 53-Jährige nicht bleiben, da er seinen sicheren Wahlkreis für Berlin für die langjährige Landtagsabgeordnete Astrid Damerow freigemacht hat. In der Fraktion in Kiel wird Liebing wahrscheinlich keine Führungsaufgabe bekommen. In Günthers Schattenkabinett fand er keinen Platz, aber im Falle einer Regierungsbeteiligung wäre ein Staatssekretärsposten drin.

Wolfgang Kubicki (FDP)

Der FDP-Fraktionsvorsitzende sitzt seit 1992 im Landtag - der 65-Jährige ist Alterspräsident des Parlaments. Er kandidiert am 7. Mai erneut, aber auch am 24. September für den Bundestag. Für diesen hatte Kubicki schon zwei Mal ein Mandat, blieb aber jeweils lieber in Kiel. Diesmal soll es definitiv Berlin sein, wo Kubicki mit Parteichef Christian Lindner einiges bewegen will - wenn die Liberalen denn in den Bundestag zurückkehren.

Lars Harms (SSW)

Der SSW-Landtagsfraktionschef könnte bei einer Neuauflage der Koalition mit SPD und Grünen erster Kandidat der Partei für einen Ministerposten sein. Ob Harms (52) diesen tatsächlich anstrebt, wird aber vermutlich auch vom Ressort abhängen, das auf den SSW entfiele. Justizministerin Anke Spoorendonk (69) scheidet aus.

Was passiert, wenn man Spitzenkandidaten der Landtagswahl aus dem Wahlkampfmodus reißt und Gespräche in großer Höhe oder beim Chili-Essen führt? shz.de hat Video-Interviews abseits von Podium und Plenarsaal geführt. Ab Dienstag veröffentlichen wir jeden Tag ein Gespräch.

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