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Landtagswahl in SH 2017 : Neue Umfrage: SPD im Norden weiter vor der CDU

vom

Die Küsten-Koalition kann weiter auf eine Mehrheit hoffen. Linke und Piraten scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 12:28 Uhr

Kiel | Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW kann bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai nach einer neuen Umfrage weiter auf eine Mehrheit hoffen. Würde schon an diesem Sonntag gewählt, könnte die SPD mit 33 Prozent rechnen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR hervorgeht. Damit bliebe die Partei im Vergleich zu einer Erhebung aus dem März stabil.

 

Die CDU gewänne drei Prozentpunkte hinzu und käme auf 30 Prozent. Die Grünen stehen laut Umfrage bei 12 (-2), die FDP unverändert bei 9 und die AfD weiter bei 7 Prozent. Der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite SSW kommt demnach auf 3 Prozent. Rein rechnerisch könnte die Küsten-Koalition aus SPD, Grünen und SSW weiterregieren.

Linke und Piraten würden der Umfrage zufolge den Einzug in den Landtag verpassen. In einer ersten Reaktion sagte Uli Schippels, Spitzenkandidat der Linken: „Wir sind weiter dran und können den Einzug in den Landtag schaffen.“

Laut den Meinungsforschern ist im nördlichsten Bundesland weiterhin keine Wechselstimmung erkennbar. Zwar schrumpft auch die Zustimmung zur Arbeit der Landesregierung. Dennoch sind immer noch mehr als die Hälfte der Bürger (57 Prozent, -5 Prozentpunkte gegenüber März) mit der Arbeit der aktuellen Regierung zufrieden.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ist nun mit 58 Prozent der beliebteste Spitzenkandidat im Land. Er legte fünf Prozentpunkte zu und überholte Wolfgang Kubicki (FDP), der auf 57 Prozent kommt (+2). CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther liegt mit 27 Prozent noch hinter Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold (33 Prozent) nur auf Platz vier.

Der Herausforderer des Regierungschefs konnte aber zumindest bei der Frage einer Direktwahl des Ministerpräsidenten aufholen. Dort käme er nun auf 25 Prozent (+4). Albig liegt hier mit 51 Prozent (+1) weiter klar vorn. Laut der Umfrage waren die Zustimmungswerte Albigs im Profilvergleich in allen abgefragten Punkten besser als die Günthers. „Er passt eher zu Schleswig-Holstein“, sagten 49 Prozent. Günther kam dort auf 20 Prozent.

Albig freute sich über das gute Abschneiden seiner Partei und seine persönlichen Werte. „Solche Umfragen sind Vitamin-Spritzen: Die tun gut im Wahlkampf - mehr aber auch nicht“, sagte der Regierungschef. Die SPD wolle bei der Wahl vor der Union landen und die Koalition mit Grünen und SSW fortsetzen. „Die Menschen sehen, dass wir unsere Versprechen von 2012 eingehalten haben. Darum haben wir einen hohen Vertrauensvorsprung.“

Für seinen Herausforderer stimmt aber die Richtung. „Die CDU legt als einzige Partei zu. Die Regierungskoalition verliert“, sagte Günther. „Unsere Unterstützer werden aus dieser Umfrage noch mehr Motivation ziehen, diese schwache Landesregierung abzulösen.“

FDP-Spitzenkandidat Kubicki sprach von einem Ansporn. „Wir wollen zweistellig und drittstärkste Kraft werden und das Land mitgestalten.“ In der sh:z-Wahlbörse handeln die Teilnehmer mit den Erfolgschancen der Parteien wie mit Aktien - dort lag die SPD am Donnerstagnachmittag mit knapp 32 Prozent ebenfalls vor der CDU mit etwa 28,5 Prozent. Die Grünen standen bei gut 12 Prozent, die FDP bei mehr als 9 und die AfD bei gut 7 Prozent.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4) gelandet. Die Grünen schafften 13,2 Prozent, FDP und Piraten jeweils 8,2 und der SSW 4,6 Prozent.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war die CDU mit 30,8 Prozent knapp vor der SPD (30,4) gelandet. Die Grünen schafften 13,2 Prozent, FDP und Piraten jeweils 8,2 und der SSW 4,6 Prozent.

Für die Umfrage wurden vom 30. März bis 4. April 2017 insgesamt 1.002 wahlberechtigte Schleswig-Holsteiner befragt. Die statistische Fehlerquote liegt laut Infratest dimap zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten.

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