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Olaf Scholz und Torsten Albig : Kommentar: So lief die SH-Wahl aus Hamburger Sicht

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Hamburgs Bürgermeister gab seinem Parteifreund Torsten Albig Wahlkampfhilfe. Hat er deshalb die Wahl mit verloren?

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 16:57 Uhr

Die Schlappe der SPD im echten Norden ist ein Schuss vor den Bug − auch für Olaf Scholz. Hamburgs Erster Bürgermeister hat wie kaum ein anderer Parteifreund im benachbarten Bundesland Wahlkampf für Torsten Albig gemacht. In einem Interview mit dem sh:z am Kickertisch begründete er seinen massiven Einsatz mit „unglaublich viel persönlicher Sympathie“ und der Überzeugung, „dass Torsten Albig als Sozialdemokrat eine gute Figur macht“. Das sehen die meisten Schleswig-Holsteiner nicht so, wie wir seit Sonntag wissen.

Hat Hamburg mit Olaf Scholz also mit verloren? Nein. Die krachende SPD-Niederlage im echten Norden hat vor allem der amtierende Ministerpräsident mit einer Egoshooter-Show selbst verloren. Wenn Torsten Albig die Trennung von seiner Frau nach 27 Ehejahren öffentlich im Klatschblatt „Bunte“ damit erklärt, dass seine Frau nicht mehr auf „Augenhöhe“ gewesen sei und  „in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushalts gefangen“ war, koppelt er sich von 99 Prozent aller modern lebenden Menschen ab, die solch eine Altherrenattitüde peinlich finden. Der medienhungrige Albig hätte lieber mal seinen Hamburger Freund um Rat fragen sollen. Der nüchterne wie kontrollierte Olaf Scholz hätte sich niemals öffentlich zu solchen Äußerungen hinreißen lassen. 

Nun stehen die Zeichen auf Neuanfang in der Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg. Das muss nicht schlecht sein. Reibung erzeugt Kraft und Wärme. Dass verlässliche Partner wie die grünen Minister Monika Heinold (Finanzen) und Robert Habeck (Umwelt) in ihren Ämtern bleiben könnten, wünscht man sich dennoch als Hamburger. Denn bei Null anzufangen, kostet Zeit. Und die hat Hamburg bei brennenden Themen wie der Elbvertiefung, Schlick-Entsorgung und Finanzen genau nicht.

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